Frauen im Gartenbau schlechter gestellt

An der von Prof. Georg Ohmayer (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf) durchgeführten Berufsfeldanalyse im Gartenbau 2012/2013 nahmen drei Universitäten und sechs (Fach-)Hochschulen teil. Insgesamt wurden 2.568 Absolventen eingeladen, den an ihr Studium angepassten Fragebogen auszufüllen. Geantwortet haben etwa 600 Absolventen, die 2008 oder später ihren Abschluss erworben haben. Es wurden Fragen rückblickend zum Studium gestellt, als auch Fragen zum Berufseinstieg und der Entwicklung im Beruf.

Die Bachelorstudenten studieren im Mittel an den Universitäten 40 Monate und an den Hochschulen 41 Monate. Die Masterstudenten haben eine mittlere Studiendauer von 26 Monaten.

Bei der Wahl des Studienortes stand vor allem für die Bachelor- und Diplomabsolventen die Wohnortnähe im Vordergrund (Bachelor 68% / Diplom 56%). Damit hat diese Priorität gegenüber 2007 nochmals zugenommen.

Die Masterabsolventen fanden hingegen ein interessantes Studienangebot und angenehme Studienbedingungen wesentlich wichtiger.

Bei den Praxiszeiten vor und während des Studiums für Bachelor- und Diplomabsolventen fand im Vergleich zu der Berufsfeldanalyse im Gartenbau 2007 ein erwartungsgemäßer Rückgang stand, das ist alleine auf den Wegfall von Praxissemestern an Hochschulen zurückzuführen. Dies steht in einem deutlichen Kontrast zu den geforderten mehr Praxisanteilen im Studium seitens der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Zudem fordern die Absolventen eine bessere Schilderung der beruflichen Weiterentwicklung.

Knapp die Hälfte aller Absolventen gibt an, nicht nur während der Semesterferien und an den Wochenenden zu jobben, sondern auch in der Vorlesungszeit. Dies ist vor allem auch der Grund, warum sich die Quote der Absolventen, deren Studium sich verlängert, zugenommen hat. Auffällig ist, dass sich das Problem vom Diplom zum Bachelor zugenommen hat, beim Master jedoch eine untergeordnete Rolle spielt.

Die Zufriedenheit mit dem Studium nach dem Abschluss ist bei den Absolventen gewachsen. Der größte Teil der Studenten (77%) würden wieder Gartenbau studieren, 64% davon am selben Standort.

Die Absolventen schätzen mehrheitlich den Ruf der eigenen Hochschule als gut oder sehr gut ein. Damit ist die „(sehr) gut“-Zustimmungsquote im Vergleich zu 2007 um 7-Prozentpunkte auf 77% gestiegen.

Der Übergang vom Studium zum Beruf verlief meistens problemlos. So bewarb sich der Bachelorabsolvent auf 11,3 Stellen, der Diplomabsolvent hingegen nur auf 8,9 Stellen. Der Masterabsolvent schrieb indessen etwa 14,4 Bewerbungen, was auf die Spezialisierung der Absolventen zurückzuführen ist.

Wie in allen Branchen gibt es auch bei den Absolventen im Gartenbau signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Nahezu 86% der befragten Absolventen waren zum Zeitpunkt der Befragung berufstätig. Bei einer Geschlechtsdifferenzierung zeigte sich, dass 91% der Männer und 81% der Frauen berufstätig waren. Dies zeigt eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zur Absolventenbefragung 2007. Zum damaligen Zeitpunkt waren 93% der Männer und 91% der Frauen berufstätig. Ob dies eine entgegengesetzte Entwicklung zum allgemein herrschenden Trend, der Berufstätigkeit der Frau, ist oder nur Zufall, lässt sich schwer nachvollziehen.

Nach Abbildung 1 gaben insgesamt 48% der Absolventen an, Vorgesetzter zu sein. Jedoch spaltet sich dies wie folgt auf: 63% Männer und 35% Frauen hatten eine Position als Vorgesetzter.

Dieser große Geschlechtsunterschied zeigte sich auch in der Vollbeschäftigung. Insgesamt sind 81% der Absolventen vollbeschäftigt, eine Differenzierung nach dem Geschlecht zeigt, dass nur 70% der Frauen vollbeschäftigt sind, bei den Männern sind es hingegen 91%. Die durchschnittliche Arbeitszeit eines Vollbeschäftigten beträgt 48,7 h/Woche.

Veranstaltungskalender 2013/14 des VDL und BHGL erschienen

Aufbau und Pflege eines beruflichen Netzwerkes ist ein zentrales Anliegen des VDL-Landesverbandes Ost und der BHGL-Landesgruppe Ost. Aus diesem Grund wurde auch in diesem Jahr wieder ein interessanter Veranstaltungskalender zusammengestellt.

Gleich zwei Exkursionen führen in die Weinbaugebiete Sachsens und Brandenburgs. Weitere Fachexkursionen werden unter anderem zum Thema „biologischer Pflanzenschutz“ sowie zur „Grünen Gentechnik“ angeboten. Ein besonderes Highlight stellt zudem der Besuch des ARD-Studios dar. Darüber hinaus wird eine Reihe interessanter Weiterbildungsseminare – etwa ein Bewerbungstraining für Berufseinsteiger oder ein Coaching für Führungskräfte – angeboten. Wie eine Fachzeitschrift entsteht, können Interessierte in der Redaktion der Zeitschrift „agrarmanager“ erfahren.

Zahlreiche Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, Informationen zu aktuellen Themen der Agrarpolitik aus erster Hand zu erhalten: Im Juni geben Mitarbeiter des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen Überblick über die Handelspolitik der EU. Wie Lobbyarbeit in der Agrar- und Ernährungspolitik funktioniert, ist nur eine der interessanten Fragen, um die es sich beim beliebten Berlin-Seminar dreht. Der Parlamentarische Abend bietet zudem wieder die Möglichkeit des Austausches mit hochkarätigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Vom 13. bis 27. April findet die VDL-Studienreise statt. Dieses Jahr geht es nach China. Auch wenn das riesige Land mit moderner Wirtschaft und Megastädten mit Wolkenkratzern der Superlative fasziniert, das traditionell wichtigste Standbein der chinesischen Wirtschaft ist auch heute noch die Landwirtschaft. Auf dem Besichtigungsprogramm stehen neben der Großen Mauer und weiterer Touristenattraktionen unter anderem auch ein Besuch der Agraruniversität, verschiedener Landwirtschaftsbetriebe, einer Traktorenfabrik sowie der Tsingtao-Bierbrauerei.

Zur Bundesmitgliederversammlung und VDL-Jahrestagung sind alle Mitglieder und Freunde des VDL und BHGL vom 23. bis 25. Mai nach Dresden eingeladen. Die Tagung steht unter dem Motto „Weinbau, Gartenbau und Kunst in der Kulturlandschaft der Region Dresden“. Zwei Fachexkursionen zur Thematik „Auswirkungen der GAP-Reform auf den Sächsischen Wein- und Gartenbau“ führen die von beeindruckenden Kulturlandschaften und imposanten Baudenkmälern flankierte Sächsische Weinstraße entlang. Für mitreisende Nichtmitglieder wird zeitgleich zur Mitgliederversammlung eine Galerieführung im berühmten Barockviertel von Dresden Neustadt angeboten. Die im Rahmen der Tagung stattfindende Firmenkontaktmesse bietet die Gelegenheit, Unternehmen aus der Agrarbranche zu treffen, die möglicherweise als künftige Arbeitgeber von Interesse sein könnten.

Zudem haben Mitglieder die Möglichkeit, an Tagungen und Messen wie beispielsweise der Internationalen Gartenschau, der Gartenbauwissenschaftlichen Tagung, der Internationalen Pflanzenmesse sowie der Grünen Woche teilzunehmen. Mit Führungen und Fachgesprächen wurde hierfür ein interessantes Rahmenprogramm zusammengestellt.

Um eine rechtzeitige Anmeldung zu den einzelnen Veranstaltungen wird gebeten. Die meisten Veranstaltungen sind auch für Gäste offen. Weitere Informationen zum Programm, zu eventuellen Terminänderungen sowie zur Anmeldung sind unter www.vdl-ost.de sowie www.bhgl.de abrufbar.

Prof. Uwe Schmidt wiedergewählt

Auf der Mitgliederversammlung am 01. März in Bonn, die auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Gartenbauwissenschaftlichen Tagung stattfand, wurde Prof. Dr. Uwe Schmidt als BHGL-Präsident einstimmig wiedergewählt.

Auch Jochen Flenker und Heinrich Kath werden für eine weitere Amtsperiode die Funktion des Studentenvertreters im Vorstand übernehmen.

Höhepunkt der diesjährigen Verbandsaktivitäten soll das Forum zum Freizeitgartenbau im Herbst in Erfurt sein. Am 28. Oktober wird es wieder einen gemeinsamen Parlamentarischen Abend mit dem VDL-Bundesverband in Berlin geben.

Die nächste Mitgliederversammlung findet während der Gartenbauwissenschaftlichen Tagung am Freitag, 07. März 2014 in Dresden statt.

Zuschüsse für Teilnahme an BHGL-Frühjahrsexkursion nach Dresden werden gewährt

Der BHGL bietet gemeinsam mit dem VDL eine Frühjahrsexkursion zum Thema “Sächsischer Gartenbau im Wandel der Zeit – Gartenbaukunst – Gartenbauforschung – Weinkultur” im Rahmen der diesjährigen Bundesmitgliederversammlung des VDL-Bundesverbandes e.V. vom 23. bis 25. Mai 2013 in Dresden und Umgebung an.
Alle BHGL-Mitglieder, Freunde und Interessierte sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

Ausführliche Informationen zur Exkursion und das Online-Formular finden Sie unter www.vdl.de.

Der BHGL Bundesverband gewährt studentischen Mitgliedern für die Teilnahme an der Exkursion und weiteren Veranstaltungen einen Reisekostenzuschuss von maximal 50 € pro Mitglied (insgesamt jedoch nicht mehr als 500 € – Gewährung erfolgt in der Reihenfolge der Anträge). Die Zuschüsse werden erst nach der Teilnahme in Dresden ausgezahlt. Die Reisekostenbelege müssen vorgelegt werden.

Darüber hinaus gewährt die BHGL-Landesgruppe Ost seinen Mitgliedern (Studenten und ordentlichen Mitgliedern) zusätzlich auch noch einen Zuschuss für die Teilnahme an den Veranstaltungen im Rahmen der VDL-Bundesmitgliederversammlung in Höhe von maximal 30 € pro Mitglied (insgesamt jedoch maximal 300 €). Auch hier folgt die Auszahlung erst nach den Veranstaltungen in Dresden.

Beide Zuschüsse können bei der BHGL-Geschäftsstelle per E-Mail an info@bhgl.de formlos beantragt werden.

Gartenbauwissenschaftliche Tagung in Bonn

Bei der diesjährigen Gartenbauwissenschaftlichen Tagung der Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft (DGG) und des BHGL nahmen annähernd 300 Teilnehmer aus insgesamt 9 europäischen Ländern teil, so aus Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich, der Schweiz, aus Spanien, Italien, Schweden und Island. Darüber hinaus wurden Gäste aus Marokko, Ägypten, Sudan, Nigeria, Saudi Arabien, Nepal, Brasilien und USA willkommen geheißen. Dies dokumentiert die hohe internationale Vernetzung sowie eine ungebrochene Nachfrage nach einem intensiven Wissensaustausch im Bereich „Gartenbau / Horticulture“.

Es wurden im Rahmen der Tagung über 200 wissenschaftliche Beiträge angeboten, davon ca. 100 Poster. Die Veranstaltung bot neben den Möglichkeiten des Austausches von Informationen und Erfahrungen auch die einzigartige Gelegenheit, sich im Rahmen von Workshops solcher Schwerpunktthemen anzunehmen, die aktuelle Fragestellungen und Herausforderungen, aber auch Innovationen und zukunftsweisende Entwicklungen aufgreifen. So stand die Biodiversität im Gartenbau und ihre Bedeutung für die gartenbauliche Produktion, für die Vermarktung der Erzeugnisse, für die Ernährung und Gesundheit des Konsumenten sowie für sein Wohlbefinden unter Berücksichtigung der ökonomischen, gesundheitlichen, sozialen und psychologischen Aspekte im Fokus des Tagungsinteresses.

Und dass das Ganze nicht nur problemorientiert, sondern auch faszinierend und spannend sein kann, dies wurde mit ausgewählten Beiträgen zu unserem Schwerpunktthema „Biodiversität: Aktive Nutzung undnachhaltige Förderung durch den Gartenbau“unter Beweis gestellt.

Ein weiterer Workshop widmete sich dem globalen Klimawandel und seinen zwischenzeitlich deutlich wahrnehmbaren Auswirkungen auf den Produktionsgartenbau. Hier gilt es, dem steigenden Bedarf der Weltbevölkerung an qualitativ hochwertigen, gesunden Lebensmitteln durch Entwicklung und praxisgerechte Umsetzung geeigneter Anpassungsstrategien nachhaltig gerecht  zu werden und auch die hierzu notwendigen Anforderungen an die gartenbauwissenschaftliche Forschung zu spezifizieren.

Prof. Dr. Georg Noga (Tagungspräsident)
Prof. Dr. Dr. Christian Ulrichs (DGG-Präsident)

BHGL-Mitgliederversammlung 2013

Alle Mitglieder sind herzlich zur Mitgliederversammlung am 01. März 2013 um 13.00 Uhr (Achtung! Termin wurde vorverlegt) nach Bonn eingeladen. Die Mitgliederversammlung wird im Rahmen der Gartenbauwissenschaftlichen Tagung stattfinden.

Veranstaltungsort ist die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Regina-Pacis-Weg 3, 53113 Bonn, Uni-Hauptgebäude, 1. Obergeschoss, Großes Dozentenzimmer.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir für die Mitgliederversammlung um vorherige Anmeldung bis spätestens zum 22. Februar 2013 über das Online-Anmeldeformular.

Studentische Mitglieder können für ihre Teilnahme an der Mitgliederversammlung einen Reisekostenzuschuss in Höhe von 20,00 € pro Person beantragen. Da die zur Verfügung stehenden Mittel begrenzt sind, werden die Anträge in der Reihenfolge der Eingänge berücksichtigt.

Der BHGL auf der IPM

Bereits zum 31. Mal findet in der Zeit vom 22. bis 25. Januar 2013 die Internationale Pflanzenmesse IPM in Essen statt. Der BHGL wird mehrfach auf der Messe präsent sein.

Auch dieses Mal wird es eine gemeinsame Präsenz der in der Fachrichtung Gartenbau ausbildenden Hochschulen geben. Der Hochschulgemeinschaftsstand wird in der Green City (Halle 1A) umgeben von Institutionen und Verbänden der grünen Branche Anlaufpunkt für Studieninteressierte, Studierende und Ehemalige sein. Selbstverständlich bietet er auch ein Forum für Lehrende, Wissenschaftler und Forscher sowie Vertreter der Praxis. Die zehn vertretenen Hochschulen präsentieren ihre Studienangebote auf hochschuleigenen Werbematerialien und Postern. Erstmalig werden dabei auch zeitgemäße, interaktive Elemente der Augmented Reality verwendet, die mit Smartphone und Tablet-PC sichtbar werden. Die Betreuung des Messestandes wird durch Vertreter der verschiedenen Hochschulstandorte sichergestellt, so dass jederzeit ein kompetenter Ansprechpartner für gezielte Fragen zur Verfügung stehen wird.

Am Donnerstag, 24.01.2013, ab 11.00 Uhr bietet der BHGL nach einem erfolgreichen Auftakt in 2012 wieder einen Messerundgang zum Berufseinstieg an. Ausgewählte Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen des Gartenbaus geben dabei einen Überblick über ihre Anforderungen an junge Bewerber und berichten über aktuell vakante Stellen. Bisher haben ihre Teilnahme zugesagt: Bruns Pflanzen-Export GmbH & CO. KG, INDEGA e.V., Zentralverband Gartenbau (ZVG), Ulmer Verlag, Syngenta Agro GmbH und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Der Messerundgang richtet sich vor allem an Studierende und junge Absolventen. Eine Teilnahme ist nur bei vorheriger verbindlicher Anmeldung bis spätestens zum 21.01.2013 möglich. Ein Anmeldeformular und ausführliche Informationen stehen unter www.bhgl.de/Aktuelles bereit.
Im Anschluss an den Messerundgang lädt der BHGL gemeinsam mit dem Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. sowie der VEG – Geisenheim Alumni Association e.V. ab 18.00 Uhr alle BHGL-Mitglieder, Freunde und Interessierte sehr herzlich zu einem Empfang am Gemeinschaftsstand der Hochschulen in Halle 1A ein.

BHGL-Forum: Persönlicher Austausch bei Wissens- und Technologietransfer wichtig

Am 15. November 2012 lud der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL) nach Hannover ein. Dabei wurde der Frage nachgegangen, wie verhindert werden kann, dass nach Abschluss von Forschungsprojekten die wissenschaftlichen Erkenntnisse und neuen Technologieansätze zwar sorgsam in Publikationen und Berichten veröffentlicht werden, anschließend jedoch oft in der berühmten Schublade landen.

Diese wird heute auch gern mit dem „Tal des Todes“ umschrieben, in welches Innovationen abstürzen, die den Sprung vom Ufer der Forschung und Entwicklung zum Ufer der Praxis nicht schaffen.

Prof. Wolfgang Bokelmann von der Humboldt-Universität zu Berlin stellte die Sektorstudie zur Untersuchung des Innovationssystems der deutschen Landwirtschaft vor. Er forderte, dass Netzwerkmanagement zu professionalisieren und hierfür entsprechende Mittel bereitzustellen. Der gesamte Innovationsprozess kann u.a. dadurch gestärkt werden, dass die Politik zunehmend Impulse für nachhaltige Innovationen setzt, die Verbrauchererwartungen konsequenter im Innovationsprozess berücksichtigt werden sowie Kontinuität in der Forschung und Entwicklung hinsichtlich Personal und Ressourcen gewährleistet wird. Harald Braungardt von der STEP Systems GmbH sieht vor allem die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in Fachzeitschriften, die von der Praxis gelesen werden, und in gemeinsamen Marketingaktivitäten als die wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperationen. Nach Christopher Straeter wird innovationsfördernde Forschung im WEGA – Kompetenznetz Gartenbau in erster Linie durch die Bereitstellung einer offenen Netzwerkstruktur und der Fokussierung auf zeitlich befristete thematische Schwerpunkte initiiert. Im Rahmen des WEGA Verbundes kooperieren beispielsweise Obstbauern, Obsthändler mit der Hochschule Osnabrück und mit der Baumschule CAROLUS in Belgien, um gemeinsam eine leistungsfähige, angepasste und erfolgreiche Apfelsorte für Nordeuropa zu züchten. Die Apfelsortenzüchtung wird bislang kaum noch von staatlichen Einrichtungen betrieben. Neue Sorten wurden in der jüngsten Vergangenheit von privat betriebenen Einrichtungen herausgegeben. Dadurch müssen sich die Obstbauern und Händler den Lizenzverträgen fremder Sorteninhaber unterwerfen, erörterte Prof. Werner Dierend von der Hochschule Osnabrück die Beweggründe für den Züchtungsverbund.

Ein weiteres Verbundvorhaben ist die ZukunftsInitiative NiedrigEnergieGewächshaus (ZINEG). Ziel dieses Verbundes ist es, für die Pflanzenproduktion in Gewächshäusern den Verbrauch fossiler Energie für die Heizung und damit die (fossilen) CO2-Emissionen möglichst auf Null zu reduzieren. Zur Erreichung dieses Ziels ist ein systemorientierter Ansatz durch Kombination technischer und kulturtechnischer Maßnahmen erforderlich. Die größte Herausforderung im ZINEG-Verbund ist der tägliche Kampf um den Erfolg der Teilprojekte, so BHGL-Präsident und Projektbeteiligter Prof. Uwe Schmidt. Die Erkenntnisse und Ergebnisse der Untersuchungen werden durch Präsentationen vor Ort, Messen und Ausstellungen sowie Vorträge vor dem Berufsstand an die gärtnerische Praxis weitergegeben. Prof. Martin Thieme-Hack von der Hochschule Osnabrück berichtete aus der Landespflege von dem Projekt „Grüne Doppik“. Ziel war die Entwicklung eines fachlich anerkannten Werkzeugs zur realistischen Bewertung von öffentlichen Grün- und Freiflächen.

In der anschließenden Diskussion waren sich alle Referenten einig, dass künftig nicht nur Innovationen gefördert werden sollten, sondern auch Methoden zur Schulung für den Transfer. Die Beratung ist ein wichtiger Multiplikator, der sehr effizient arbeitet und dringend für den Wissens- und Technologietransfer gebraucht wird. Als besonders wichtig wird der persönliche Austausch von Wissenschaft und Praxis angesehen.