Klimafolgen und Herausforderungen für den Gartenbau

Jahrestagung der Deutschen Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft e. V. an der Hochschule Geisenheim

Die 52. Jahrestagung der Deutschen Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft e.V. (DGG) fand vom 28. Februar bis 3. März 2018 an der Hochschule Geisenheim University statt. Es nahmen rund 200 Teilnehmer aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Landwirtschafts-ministerien sowie Beratung und Praxis des gesamten deutschsprachigen Raums teil. Der Austausch über aktuelle wissenschaftliche Themen des Gartenbaus erfolgte durch mehr als 70 Vorträge und es wurden über 70 Poster präsentiert. Auftakt der viertägigen Tagung war eine Plenarveranstaltung mit dem Thema „Klimafolgen und Herausforderungen für den Gartenbau“.

Renommierte Gastredner führten die Tagungsteilnehmer in die für die Branche zunehmend bedeutungsvollere Thematik ein. So wurden die Zusammenhänge zwischen der beobachteten Temperaturerhöhung und der Anpassungsnotwendigkeit von Kulturarten und Anbauregion erläutert, auf die Entwicklung der atmosphärischen CO2-Konzentration hingewiesen und die Effekte dieser erhöhten CO2-Konzentrationen auf Kulturpflanzen gezeigt, sowie über angewandte Modelle zur Abschätzung des Klimawandels für eine zielgerichtete Anpassung der gartenbaulichen Produktion referiert.

Verleihung der BHGL-Posterpreise während der BHGL-DGG-Tagung (v.r.n.l.): BHGL-Präsident Marc-Guido Megies, Vorsitzender des BHGL-Fördervereins Günter Bornschein, 3. Platz – Sabine Wittmann “Anwendung der Chlorophyllfluoreszenz zur Darstellung von Salzstress an Lycopersicon esculentum L. ‘Tastery”, 1. Platz – Inse Rosenbusch “Influence of phenotyping on the habitus of basil (Ocimum basilicum L.)”, 2. Platz – Eva Büttner “Wohnen mit und ohne Zierpflanzen – Die Frage nach dem Unterschied”, Juror Frederik Langner, DGG-Präsident Prof. Dr. Uwe Schmidt

Ein thematisch brisanter Workshop fand statt zur Debatte um neue Züchtungsverfahren mittels der sog. „Genschere“. Diese Verfahren stellen eine große Herausforderung für die Gesetzgebung zur Zulassung neuer Sorten dar. Eingeladen dazu waren ein auf diese Thematik spezialisierter Jurist und ein Züchtungsforscher der Universität Wageningen aus den Niederlanden.

Mit bundesweitem Interesse aus allen Bereichen des Gartenbaus und der Politik wurde der Workshop „Zukunft der Gartenbauwissenschaften“ abgehalten. Erstmalig trafen sich an der Hochschule Geisenheim viele Entscheidungsträger zu einer überaus konstruktiven Diskussion über die zukünftigen Wege der gartenbaulichen Hochschulausbildung in Deutschland.

In dem Wettbewerb „Green Challenge“, welcher sich an junge Forschergruppen wandte, wurden Ideen und Erkenntnisse zum Thema “Auswirkungen des Klimawandels auf den Gartenbau“ mit einem Preisgeld von 1.000 Euro prämiert. Diesjährige Gewinner waren Frau Madita Lauer und Herr Maximilian Koppel von der Hochschule Geisenheim. Abschluss der Tagung war die Posterprämierung für Nachwuchswissenschaftler*Innen und Studierende.

Den ersten Platz erreichte hier Inse Rosenbusch von der Hochschule Osnabrück. Der zweite und der dritte Platz gingen an Eva Büttner von der Hochschule Geisenheim University und Sabine Wittmann von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Die nächste Jahrestagung wird die Fachhochschule Erfurt ausrichten.

Berufsfeldanalyse Gartenbau 2016/2017 veröffentlicht

(ZVG/BHGL) Auf Initiative des Arbeitskreises Hochschulausbildung Gartenbau und Landschaftsarchitektur des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG) und des Bundesverbandes der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL) wurde die hochschulübergreifende Berufsfeldanalyse Gartenbau 2016/2017 durchgeführt. Anlässlich des Deutschen Gartenbautages zum Thema „ZUKUNFT in ARBEIT“ wurde die Studie am 8. September vorgestellt.

Erstmalig wurde die Berufsfeldanalyse in diesem Jahr von Prof. Dr. Ulrich Enneking von der Hochschule Osnabrück übernommen. Damit wird die Befragungsreihe fortgesetzt, die den Hochschulen Aufschluss über den Verbleib ihrer Absolventen und über die ersten Erfahrungen beim Berufseinstieg vermitteln soll. Ebenso gibt die Befragung Rückschlüsse auf das Berufsfeld Gartenbau und klärt, welche Anforderungen heutzutage die Branche Gartenbau an Bachelor- und Masterstudierende stellt. Für die Hochschulen ist die Befragung Teil der Aktivitäten um Qualitätsverbesserungen in der Lehre und soll Aufschluss darüber geben, wie sich das Berufsfeld und seine Anforderungen verändern und wo die beteiligten Hochschulen im bundesweiten Vergleich stehen.

Knapp 700 Absolventinnen und Absolventen nahmen im Herbst 2016 über einen Online-Fragebogen an der diesjährigen Berufsfeldanalyse teil. Alle Hochschulen und Universitäten mit gartenbaulichen Studiengängen haben sich beteiligt.

Prof. Dr. Ulrich Ennekings Fazit zur Berufsfeldanalyse: „Die Absolventen zeigten eine hohe Zufriedenheit mit ihrem Studium und würden überwiegend wieder Gartenbau studieren. Als wichtigste Änderungswünsche wurden „Mehr Praxisnähe“, „Eine bessere Darlegung beruflicher Chancen“ und „Eine stärkere Förderung von Führungskompetenz“ an die Hochschulen herangetragen. Erfreulicherweise haben nur etwa 30 Prozent länger als drei Monate nach einer ersten Anstellung gesucht.“ Die Haupttätigkeitsbereiche der Gartenbauingenieurinnen und -ingenieure im Berufsfeld sind Produktionsbetriebe (35 Prozent), Handelsbetriebe (Gartencenter, Großhandel, E-Commerce – 26 Prozent), Einzelhandelsgärtnereien und Dienstleister (29 Prozent). In einem Modell zur Erklärung von Einkommensunterschieden wurden mehrere signifikante Einflussgrößen identifiziert, davon Berufserfahrung als die wichtigste.
Mit der Absolventenbefragung von 1996 unter der Leitung von Prof. Dr. H. A. Dicke und Dipl.-Ing. (FH) M. G. Megies sowie dem ZVG begann die Analyse. In den Jahren 2008 sowie 2011 wurde sie durch Prof. Dr. G. Ohmayer fortgesetzt.

Die Berufsfeldanalyse wird finanziell durch nachfolgende Förderer unterstützt:

•    Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL)
•    Förderverein Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL)
•    Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG)/ Ernst-Schröder-Stiftung
•    Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V.
•    Verband der Weihenstephaner Ingenieure (Gartenbau und Landschaftsarchitektur) e. V.
•    Verband Ehemaliger Dresden-Pillnitzer e. V.
•    Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer – Geisenheim Alumni Association e. V. (VEG)
•    Verband Ehemaliger Erfurter und Köstritzer e. V. Gartenbau und Landschaftsarchitektur

Auf folgenden Seiten gelangen Sie zu den Ergebnissen:
http://g-net.de/berufsbildung.html
www.bhgl.de
www.gartenbaustudieren.de

Gern können Sie die Broschüre als PDF-Datei downloaden: Berufsfeldanalyse Gartenbau 2016/2017

Schließung des Leibniz-Institut für Gemüse und Zierpflanzen Großbeeren/Erfurt e.V. (IGZ)

Berlin, 27.05.2016. Die deutsche Gartenbauwirtschaft ist ein oft unterschätzter mittelständischer Wirtschaftsfaktor. Unternehmen, die in Züchtung und Vermehrung von Jungpflanzen im Zierpflanzenbau tätig sind, gehören zweifelsfrei zur Weltelite in diesem Bereich. Dazu hat neben dem unternehmerischen Mut und Weitblick wesentlich auch die deutsche Forschungslandschaft in der Vergangenheit beigetragen. Das Leibniz-Institut für Gemüse und Zierpflanzen Großbeeren/Erfurt e.V. (IGZ) hat dazu einen wesentlichen, wenn nicht sogar einen entscheidenden Anteil beigetragen.

Die Deutschen Gartenbauwissenschaften stehen seit Jahren unter extremen strukturellen und kapazitiven Druck, insbesondere im Bereich der dringend notwenigen Ressourcen für Grundlagenforschung und Ausbildung des zukünftigen Führungspersonals an Universitäten, Hochschulen, den genannten Unternehmen und in der Berufsbildung.

Die beabsichtigte Schließung des Standortes Erfurt am Leibniz-Institut für Gemüse und Zierpflanzenbau Großbeeren/Erfurt e.V. ist ein weiterer, für den Bundesverband der Hochschulabsolventen / Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL) nicht nachvollziehbarer Schritt in dieser branchenschädigenden Abwärtsspirale. Universitäten, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in der Gemeinschaft der deutschen Gartenbauwissenschaften sind national und international eng vernetzt. Damit wird trotz eingeschränkter Kapazitäten an einzelnen Standorten die Forschung und Entwicklung für eine nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln und pflanzlichen Erzeugnissen von der Grundlage bis zur Anwendung gesichert.

Mit der beabsichtigten Schließung des Standortes Erfurt wird ohne Not in dieses gut etablierte Netzwerk eingegriffen. Die Schließung eines derartigen Standortes hat Folgen weit über die Grenzen von Thüringen. Der Verlust würde aber auch die dort traditionell anerkannten und gut entwickelten Produktionsstrukturen treffen und zieht auch Defizite bei Lehr- und Forschungsmöglichkeiten benachbarter und weiterer mit dem IGZ vernetzten Hochschulen nach sich und ist ein negatives Zeichen für den Berufsstand einer ganzen Region und dem oben geschilderten bisher sehr erfolgreichen Branchensegment.

Die von der Senatsgruppe der Leibniz-Gesellschaft angeführten Gründe für eine Standortschließung und damit verbundene Ressourcenabsenkung des IGZ sind in ihrer Sinnfälligkeit nicht nachvollziehbar und widersprechen dem Ergebnis der Gutachtergruppe, die das IGZ im Jahr 2015 unter den für die Leibniz-Gemeinschaft anerkannten Maßstäben mit sehr guten bis exzellenten Ergebnissen evaluiert hat.

Der BHGL versteht sich als Interessenvertreter des Berufsstandes im Gartenbau. Vom Universitäts- und Hochschulprofessor über forschende Wissenschaftler, auch und besonders an außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Fachlehrer und Meister bis hin zu Fachspezialisten in der Produktion und Dienstleistung braucht es Menschen, die gut ausgebildet dafür sorgen, dass eine Berufsbranche erfolgreich und nachhaltig Werte schafft und sich den Aufgaben des 21sten Jahrhundert stellt.

Der BHGL appelliert deshalb an den Senat der Leibniz-Gesellschaft zu ihren anerkannten Grundsätzen einer objektiven Leistungsbewertung ihrer Institute nach deren gesellschaftlichen Aufgaben und Satzungszielen zurückzukehren und insbesondere die Voten der Evaluierungsgruppen, bestehend aus renommierten Wissenschaftlern und anerkannten Fachleuten, zu respektieren.
Wir bitten deshalb mit Nachdruck darum, die getroffene Entscheidung zur Evaluierung des IGZ in der Leibniz-Gemeinschaft zu überdenken und die beabsichtigte Schließung des Standortes Erfurt zurückzunehmen.

BHGL-Messerundgang zum Berufseinstieg auf der IPM 2016 und Empfang am Hochschulgemeinschaftsstand

Zum 34. Mal öffnete die Messe in Essen vom 27. bis zum 29. Januar 2016 ihre Türen zur INTERNATIONALEN PFLANZENMESSE (IPM Essen), der Weltleitmesse des Gartenbaus.

Am Donnerstag, dem 28.01.2016, hatten 21 Studierende und junge AbsolventInnen aller Hochschulen mit der Fachrichtung Gartenbau die Möglichkeit, an einem geführten Messerundgang des Bundesverband der Absolventen/ Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL) teilzunehmen. Der Präsident des BHGL, Prof. Dr. Uwe Schmidt, sagte: „Unser Motto „Wir schlagen Brücken“ wird beim Messerundgang besonders deutlich: Unternehmen präsentieren potenziellen zukünftige Absolventinnen und Absolventen ihr Unternehmen, die Studierenden haben die Gelegenheit in kurzer Zeit verschiedene Branchen kennenzulernen und Firmenkontakte zu knüpfen.“ Zwischen 1.588 Ausstellern aus insgesamt 49 Nationen stellten die TeilnehmerInnen den VertreterInnen folgender Unternehmen Fragen, um Informationen aus erster Hand über Berufseinstiegsmöglichkeiten, Anforderungen an die BewerberInnen und vakante Stellen zu erhalten und ihr Netzwerk auszubauen Gartenbau-Unternehmens-Beratungs-GmbH, DEGA GALABAU, Landgard, Heuger Gartenbaubetriebe, INDEGA e.V. und der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG). Dabei wurde mehrheitlich betont, dass nicht nur die Noten zählen, es käme vor allem auf die Persönlichkeit an. Die Suche nach Fachkräften sei groß, insbesondere nach Bewerbern, die sich mit guten Ideen und Tatendrang bei ihrer Arbeit engagieren wollen; so ermutigen die Unternehmensvertreter zur Eigeninitiative im Bewerbungsprozess.

Eine Plattform für die grüne Branche bot auch in diesem Jahr wieder die Green City in der Halle 1A, die sich als Netzwerktreff zwischen Hochschulen, Verbänden und Institutionen etabliert hat. Im Anschluss an den Messerundgang lud der BHGL gemeinsam mit dem Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V., der Vereinigung Ehemaliger Geisenheimer e. V. (VEG) sowie erstmalig mit dem Verband der Weihenstephaner Ingenieure e. V. ab 18.00 Uhr alle Mitglieder sowie Interessierte zu einem Empfang am Hochschulgemeinschaftsstand ein. Bei Laugengebäck, Sekt und Haster Dunkel fand ein reger Austausch statt zwischen über 60 Studieninteressierten, Studierenden, Ehemaligen aber auch Lehrenden und Vertretern aus der Praxis.

Der Austausch über die vielfältigen Berufsaussichten, das Ausloten zwischen den Vor- und Nachteilen des direkten Berufseinstiegs oder die Suche nach einem geeigneten Masterstudium und über neue Trends und technische Innovationen der Branche rundeten den Besuch auf der Messe mit diesem Ort der Begegnungen ab. Sicherlich ist auch schon die ein oder andere Idee für ein gemeinsames Forschungsprojekt entstanden, das gemeinsam mit Leben gefüllt werden kann. Alle Absolventenvereinigungen haben das Netzwerktreffen finanziell unterstützt. Die Veranstalter des Messerundganges und des Empfanges danken allen Absolventenvereinigungen und Unternehmensvertretern, die den Tag mit Inhalt gefüllt und das Netzwerktreffen finanziell unterstützt haben.

Über den BHGL e.V.:
Der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL) ist der Bundesverband der Studierenden und Absolventen des Hochschulstudiums der Fachrichtungen Gartenbau und Landschaftsarchitektur. Der Verband ist auf ehrenamtlicher sowie wirtschaftlich und politisch unabhängiger Basis tätig. Ziele der Verbandsarbeit sind die Förderung der wissenschaftlichen Lehre und Forschung in Gartenbau und Landschaftsarchitektur, die Förderung des akademischen Berufsnachwuchses sowie die Interessenvertretung der Mitglieder.

Über den Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V.
Der Freundeskreis ist die Absolventenvereinigung der Ehemaligen der Studiengänge Agrar- und Lebensmittelwirtschaft (MAL), Agri- und Hortibusiness (BAH), Bioverfahrenstechnik in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft (BBV), Freiraumplanung (BFP), Landschaftsarchitektur und Regionalentwicklung (MLR), Landschaftsentwicklung (BLE), Ingenieurwesen im Landschaftsbau (BLB), Management im Landschaftsbau und Produktionsgartenbau (BGB) der Hochschule Osnabrück.
Der Freundeskreis verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke durch Förderung von Lehre und Forschung in der Fakultät Agrarwissenschaften, Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen, Unterrichtung der Öffentlichkeit über Berufs- und fachbezogene Aufgabenstellungen, Vertretung der Interessen der Mitglieder in der Öffentlichkeit und in Berufsständischen Organisationen und Unterstützung der Studierenden der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur
der Hochschule Osnabrück.

Erfolgreiches BHGL-Forum: „Studium und Weiterbildung in Gartenbau und Landschaftsarchitektur im IT-Zeitalter“

Mit dem diesjährigen BHGL-Forum fand am 19.11.2015 eine hochinteressante Veranstaltung zur Diskussion, ob es in Zukunft noch Hörsäle mit Dozenten und Studierenden geben wird oder ob nur noch am virtuellen Campus studiert wird, statt.

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Einer Bildungseinrichtung nur im Netz ohne persönliche Kontakte zwischen Studierenden und Lehrenden wird von den geladenen sieben Fachexperten und dem diskussionsfreudigen Auditorium kaum eine Chance eingeräumt. Es ist jedoch bemerkenswert, welche Fortschritte es im Bereich moderner Lehrmethoden an den verschiedenen Fach- und Hochschulen sowie Universitäten in den vergangenen Jahren gegeben hat. So wurden von Prof. Dr. Thomas Rath, HS Osnabrück, die im Rahmen des WeGa-Netzwerkes unternommenen ambitionierten Projekte zur Bildung virtueller Studiennetzwerke mit mehreren Hochschulen und Universitäten vorgestellt. Spezielle Erhebungen zu den Zugriffzeiten der Studierenden beim Arbeiten mit E-Learningsystemen zeigen, dass individuelle Vorteile im persönlichen Zeitmanagement entstehen und insbesondere digitale Werkzeuge zur Selbsteinschätzung nachgefragt werden. Frau Prof. Höper-Schmidt von der Hochschule Anhalt wies als Fachberaterin des Master-Fernstudiengangs Agrarmanagement auf die Notwendigkeit eines breiten Kommunikationsinstrumentariums wie E-Learning, Internet und Telefon für die erfolgreiche Gestaltung eines IT-gestützten Fernstudiums hin. Spezielle Kompetenzen, die herausgebildet werden müssen, wie Persönlichkeitsentwicklung und Teamfähigkeit sind jedoch nicht beim Studieren aus der Ferne zu entwickeln. Mit den drei Vertretern des Standortes Weihenstephan, Herrn PD Dr. Markus Gandorfer, Technische Universität München (TUM), Herrn Prof. Dr. Thomas Hannus, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), und Prof. Dr. Ulrich Kias, ebenfalls HSWT, konnten Erfahrungen zu den Bestrebungen der Etablierung vernetzter Lehrmodule dargestellt werden. So wurde von virtuellen Klassenräumen berichtet, in denen Vorträge von international renommierten Wissenschaftlern dazu geschaltet und über IT-System an drei weitere Standorte übertragen werden. Auch standortspezifische Distanzen an Universitäten, wie bei den Studienstandorten der TUM in Freising und Straubing, können durch Parallelübertragungen von Lehrveranstaltungen überwunden werden, was auch zu Kosten- und Zeitersparnis führt. Ideen, um diese tollen und modernen Möglichkeiten weiter auszubauen, wurden von allen Referenten eingebracht. Der weitere Ausbau des für den Gartenbau enorm wichtigen Informationssystems Hortigate steht dabei ebenso im Fokus wie der Wunsch nach einem Netzwerk der Lehrenden zum Austausch von bereits existierenden Elementen der Fernlehre. Lehrmaterialien werden in vielen Fächern inzwischen komplett in den Internetplattformen vorgehalten – die Nutzung dieser Ressourcen muss durch die Studierenden jedoch nach wie vor intensiv betrieben werden.

Deutlich wurde in der Diskussion, dass es mit IT-Systemen gelingt, Studierenden ein wesentlich breiteres Spektrum an Informationen zukommen zu lassen. Andererseits bestehen höhere Anforderungen an die Selbstdisziplin der Lernenden und eine Zeitersparnis für die Lehrenden ist nicht zu erkennen – wohl aber eine deutliche Verbesserung der Lehrqualität. So stellte Helmut Rausch von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim den enormen Zeitaufwand für Lehrende beim Umstieg auf digitale Lehrveranstaltungen heraus. In der von ihm vorgestellten Meisterausbildung sind in den vergangenen 6 Jahren jedoch knapp 200 Wirtschaftler und Meister durch eine Ausbildung mit 80 % Präsenz- und  20% Internetphase gegangen. Leicht höhere Abbrecherzahlen standen dabei geringeren Durchfallraten gegenüber, was für einen Qualitätsanstieg in der Meisterausbildung spricht. Der Präsident des Bayerischen Gärtnerei-verbandes, Roland Albert, gab ein Plädoyer für gut ausgebildete Fachkräfte in unserem Berufsstand ab. Dafür sind moderne Ausbildungsinstrumentarien erforderlich. Nicht die Frage, ob Absolventen virtuell studiert oder klassisch im Hörsaal gesessen haben ist entscheidend, sondern deren Fähigkeit, schnell und kompetent in der gärtnerischen Praxis oder der Wissenschaft anzukommen und Führungsaufgaben zu übernehmen.

Die an die Impulsreferate anschließende und vom BHGL-Präsidenten, Prof. Dr. Uwe Schmidt, moderierte Diskussion war sehr stark auf die Frage der Notwendigkeit von Präsenz- und Kontaktzeiten im Studium fokussiert. Selbst vom Vorschlag, ein derartiges BHGL-Forum zukünftig über Distanzen hinweg IT-gestützt zu führen, waren die Zuschauer nicht mehrheitlich zu überzeugen. An einigen Hochschulen wird über das Angebot von akademischen Weiterbildungsmodulen und -studiengängen im Gartenbau nachgedacht. Für den Aufbau neuer Lehrangebote sind ggf. Fördergelder notwendig. Die frei werdenden Studienplatzkapazitäten durch die abschmelzenden doppelten Abiturjahrgänge können in einigen Bundesländern zukünftig ggf. durch Absolventinnen und Absolventen sowie Fachpublikum genutzt werden, die kostenpflichtige neue akademische Weiterbildungsangebote im Gartenbau an Hochschulen und/oder Universitäten wahrnehmen.
Gab es bei der Frage, ob zukünftig noch Hörsäle gebraucht werden differente Meinungen, waren sich alle im Saal einig, dass es mit IT in der Lehre nicht um einen revolutionären Umbruch geht, sondern dafür gesorgt werden muss, Lehrbedingungen evolutionär mit neuen Technologien zu verbessern.

Ein Berufsbegleitendes Studienangebot fehlt noch

Es sind aktuell neun Hochschulen für Gartenbau in Deutschland. Aus Anlass unseres Interviews in TASPO 37/14 mit einem Studierenden von der Hochschule Geisenheim, in der die Gesamtzahl aller Studienstandorte für Gartenbau in Deutschland fälschlicherweise mit sieben beziffert wurde, macht darauf Daniel Pascal Klaehre Dipl.-Ing. (FH) Gartenbau und Vertreter der Studentenschaft im Bundesvorstand des BHGL (Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur) aufmerksam. Außerdem beleuchtet im Folgenden kurz die bestehenden Angebote zum Gartenbaustudium und was dabei noch fehlt:

In Deutschland gibt es neun Hochschulen für Gartenbau. Diese sind:

  • drei Universitäten: Berlin, Hannover, München
  • fünf Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für angewandte Wissenschaften: Berlin, Dresden, Erfurt, Osnabrück, Weihenstephan
  • eine „Hochschule neuen Typs” in Geisenheim.

Daneben bieten die Universitäten Bonn und Hohenheim gartenbauliche Vertiefungen im Studium der Agrarwissenschaften an.

Wie im Gartenbau üblich, können im Bachelorstudium bereits Schwerpunkte im Bereich Anbau und / oder Wirtschaft belegt werden. Derzeit gibt es folgende gartenbauliche Bachelorstudiengänge (Regelstudienzeit – 6 bis 7 Semester):

  • Gartenbau bzw. Gartenbauwissenschaft: Humboldt Universität zu Berlin, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Fachhochschule Erfurt, Hochschule Geisenheim, Leibniz Universität Hannover, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
  • Produktionsgartenbau: Hochschule Osnabrück
  • Gartenbauliche Phytotechnologie: Beuth Hochschule für Technik Berlin
  • Wirtschaftsingenieurwesen im Agri- und Hortibusiness: Hochschule Osnabrück
  • Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften: Technische Universität München

Gleichfalls bestehen im Aufbaustudium in der Pflanzenproduktion und / oder der Ökonomie Vertiefungsmöglichkeiten. Aktuell werden folgende Masterstudiengänge im Bereich Gartenbau angeboten (Regelstudienzeit – 3 bis 4 Semester):

  • Gartenbauwissenschaft bzw. Horticultural Science: Humboldt Universität zu Berlin, Hochschule Geisenheim, Leibniz Universität Hannover, Technische Universität München
  • Pflanzenforschungsmanagement: Fachhochschule Erfurt
  • Pflanzenbiotechnologie: Leibniz Universität Hannover
  • Gartenbaumanagement: Technische Universität München mit Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
  • Agrar- und Lebensmittelwirtschaft: Hochschule Osnabrück
  • Produktionsmanagement in Agrarwirtschaft und Gartenbau: Hochschule für Technikund Wirtschaft Dresden
  • Prozess- und Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Gartenbau: Humboldt Universität zu Berlin

Daneben existieren einige Sonderformen von Gartenbaustudiengängen.

Der internationale Masterstudiengang Horticultural Science wird in Kooperation von der Technischen Universität München, der Humboldt Universität zu Berlin, der Universität Bologna, der Universität für Bodenkultur Wien und der Corvinus- Universität Budapest angeboten.

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf bietet mit der Hochschule Agrocampus Ouest in Angers (Frankreich) einen Doppelabschluss an. Gleiches gilt für die Leibniz Universität Hannover und die Universität Wageningen (Niederlande).

An der Humboldt-Universität zu Berlin, der Hochschule Geisenheim (in Kooperation mit der TU Darmstadt) und der Technischen Universität München kann Gartenbau auf Lehramt an Berufsschulen (Sekundarstufe II) studiert werden.

Ein duales Studium, das eine Gärtnerlehre mit einem Bachelorabschluss im Gartenbau kombiniert, kann an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf absolviert werden.
Das Studienangebot zum Gartenbau in Deutschland ist also vielschichtig. Trotzdem besteht noch Verbesserungsbedarf bei den akademischen Lehrangeboten.

Hochschulübergreifende Summer Schools zu empfehlen

Was bislang fehlt sind hochschulübergreifende Summer Schools (2- bis 4-wöchige Blocklehrveranstaltungen in den Sommersemesterferien), die für Gartenbau-Studierende von allen Hochschulen offen sind. Beispielsweise finden an wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulen solche Summer Schools regelmäßig bundesweit oder international statt. Dabei lernen die Studierenden andere Regionen und Hochschulen sowie Studierende kennen. Teilweise werden interdisziplinäre Summer Schools angeboten, die der Überschreitung von Wissensgrenzen bei allen Beteiligten besonders zuträglich sind.

Mittels Summer Schools kann eine dauerhafte, intensive Vernetzung der Studierenden sowie der an der Organisation beteiligten Hochschulen erreicht werden, was sich z.B. in der verbesserten Kooperation bei der Einwerbung von Drittmitteln in der Forschung niederschlagen kann.

Gerade Summer Schools für Bachelorstudenten würden den Wettbewerb der Hochschulen um die besten Köpfe für ein Masterstudium befördern – was wiederum der Studentenschaft zu Gute käme. Die Mobilität der Studierenden würde begünstigt. Das gemeinsame Lehrangebot „WeGa-Student“ einiger deutscher Gartenbau- Hochschulen ging definitiv in die richtige Richtung (auch didaktisch mit der Kombination von Präsenz- und Fernlehre). Jedoch nahm hier nur ein Teil der deutschen Gartenbau-Hochschulen an der Abwicklung des Moduls teil, wodurch ausschließlich den Studierenden der teilnehmenden Hochschulen eine Teilnahme offen stand. Zudem waren die Studierenden lediglich an einem Wochenende für einen Workshop zusammen – die Austauschintensität war also geringer, als dies durch ein mehrwöchiges Blockmodul möglich ist.

Angebote zum Studieren neben dem Beruf fehlen im Gartenbau

Mit der Umsetzung der Bolognareform sollte unter anderem erreicht werden, dass Bachelorabsolventen nach einer Phase im Beruf (beispielsweise um Praxiserfahrungen zu sammeln) weiter auf Masterniveau studieren können. Jedoch wird inzwischen ein Masterstudium zumeist direkt im Anschluss an das Bachelorstudium absolviert, also ohne Berufsphase nach dem Bachelorabschluss. Bachelorabsolventen wäre ein Hochschulzugang nach einer Berufsphase erheblich erleichtert, wenn es Teilzeit- oder Fernstudiengänge gäbe. Tatsächlich gibt es in Deutschland derzeit keine Teilzeit- und Fern-Studiengänge im Gartenbau oder den Agrarwissenschaften, die sich neben dem Beruf wahrnehmen lassen.

Das bedeutet regelmäßig, dass sich bereits arbeitende Bachelorabsolventen nochmal komplett auf ein Masterstudium einlassen müssen – mit allem was damit einhergeht von finanziellen Einbußen und Verlust des derzeitigen Jobs bis hin zur Finanzierung von doppelten Wohnsitzen und gegebenenfalls dem Verzicht auf ein Leben mit Familie.

Gute Erfahrungen an Fachschulen mit Fernlehre und Präsenzphasen

An Meister- und Technikerschulen (Fachschulen) gibt es bereits gute, langjährige Erfahrungen mit Ausbildungsangeboten die Fernlehre (Online-Unterricht) und Präsenzphasen an der Schule (z.B. Heidelberg, Veitshöchheim) kombinieren. Diese Angebote wenden sich ausdrücklich an Berufstätige, die sich höher qualifizieren wollen. Zudem ist der Ablauf dieser Ausbildungsangebote so zugeschnitten, dass Berufstätige weiterhin arbeiten können.

Masterstudiengänge bestehen in der Regel aus nur 2 bis 3 Semestern mit Lehrveranstaltungen und dauern damit kaum länger als eine Vollzeit- Fachschulausbildung. Die Erstellung der Masterarbeit bedarf regelmäßig 1 Semester, das aber nicht am Hochschulstandort verbracht werden muss.

Masterstudium in Teilzeit oder aus der Ferne

Ein Teilzeit- oder Fern-Masterstudium, das auf bereits berufstätige Bachelorabsolventen im Gartenbau zugeschnitten ist, existiert also derzeit nicht in Deutschland. Auch hier könnte eine Zusammenarbeit verschiedener Hochschulen – sei es bei Präsenzphasen oder bei der Konzeption von Online-Lehrveranstaltungen – die Einrichtung eines „Studiums neben dem Beruf“ erleichtern.

Gewiss ist ein naturwissenschaftlich vertiefter Studiengang, der z.B. viele Laborpraktika umfasst, nur schwer als Teilzeit- oder Fernstudium umsetzbar. Teilzeit- oder Fernstudiengänge mit wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung im Gartenbau könnten jedoch ohne große Hürden realisiert werden.

Die gesamte Gartenbaubranche würde von dem Angebot solcher Studiengänge profitieren. Schließlich gäbe es dann mehr Gartenbau-Akademiker, die neben einer profunden Hochschulausbildung zugleich über eine mehrjährige Praxiserfahrung verfügen.

Der Appell an die Hochschulvertreter im Gartenbau kann also nur lauten:

 

  • Unterstützen Sie die Vernetzung Ihrer Hochschulen und fördern Sie den Austausch innerhalb der Studentenschaft, indem Sie Summer Schools einrichten, die allen Studierenden offen stehen
  • Helfen Sie lebenslanges Lernen für Berufserfahrene zu ermöglichen, indem Sie sich für ein Angebot von Teilzeit- oder Fern-Masterstudiengängen im Bereich Gartenbau(-ökonomie) stark machen

Daniel Pascal Klaehre, Vertreter der Studentenschaft im Bundesvorstand des BHGL (Bundesverband der Hochschulabsolventen / Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur)

Zum TASPO-Beitrag, Ausgabe 39/2014, Seite 8

Alumni-Netzwerke ebnen den Weg in die Selbständigkeit

Sabrina und Heinrich Wilhelm Kath haben nach der Gesellenausbildung zur Zierpflanzengärtnerin bzw. zum Landschaftsgärtner und der Sammlung von Praxiserfahrung als Gärtner/in an der Hochschule Osnabrück studiert. Während des Gartenbau- bzw. Landschaftsbaustudiums waren beide Mitglied in den Abolventenvereinigungen Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. und dem Bundesverband der Hochschulabsolventen / Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL).

Frau Kath gründete die Freundeskreis-BHGL-Studierendengruppe in Osnabrück und organisierte zusammen mit dem Career-Center und dem Freundeskreis bei der jährlichen traditionellen Weiterbildungsveranstaltung, den Kontaktstudientagen Gartenbau und Landschaftsarchitektur, am zweiten Novemberwochenende 2011 die Unternehmensmesse Gartenbau. Dabei knüpfte sie viele Kontakte zu verschiedenen Unternehmen der Gartenbaubranche, AbsolventInnen, den Verbänden, den Landwirtschaftskammern und der Presse. Sie war auch die erste Ansprechpartnerin/Beraterin der Studierendenschaft für das Organisationsteam des Vorstandes und der Hochschule für die Vorbereitung und Durchführung der Kontaktstudientage.

Für die studentischen Mitglieder sind der Eintritt zu dieser Weiterbildungsveranstaltung, die Getränke und das Abendessen kostenlos. Freitags werden Vorträge zu einem fachspezifischen Thema im Gartenbau und der Landschaftsarchitektur gehalten, die Osnabrücker Ehrenmedaille an verdiente Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Berufsstand verdient gemacht haben. Studentische Projekte werden präsentiert. Abends feierte Frau Kath mit vielen Besuchern der Kontaktstudientage und baute ihr Netzwerk auf. Die Studierenden hatten sich im Vorfeld eine Liveband gewünscht. Der Vorstand organisierte kurzer Hand die Band und sie feierte mit ihren Kommilitonen. So entwickelte sich am weit entfernten Studienort von der Heimat in der Pfalz ihr gesellschaftliches soziales Umfeld, in dem sie sich wohlfühlte. Am Samstag klangen die Kontaktstudientage mit der Präsentation neuer Forschungsergebnisse aus Gartenbau und Landschaftsarchitektur aus. Am Vorabend der Kontaktstudientage findet für die Studierenden immer die Veranstaltung „Berufsbilder live – Absolventen berichten“ statt. In diesem Jahr ist am 07.11.13 um 19 Uhr ein Vortrag zum Thema „Erfolg braucht einen guten Start – wie bereite ich meinen Berufseinstieg vor?“ von Dr. Marion Wulf geplant. Sechs AbsolventInnen und Absolventen aus verschiedenen Bereichen des Gartenbaus und der Landschaftsarchitektur werden ihren Berufseinstieg beschreiben und es wird in einer Podiumsdiskussion diskutiert. Herr und Frau Kath haben oft an dieser Veranstaltung teilgenommen. Der Eintritt ist frei.

Beim BHGL lernte Frau Kath den Gartenbaustudierenden Jochen Flenker von der HU Berlin kennen. Herr Flenker, Studentensprecher des BHGL, organisierte 2009 zusammen mit mehreren Kommilitonen eine BHGL-Exkursion zu Praxisbetrieben in die Röhn. Die Abiturientin nahm mit einem Kommilitonen aus Osnabrück teil und wurde finanziell durch den BHGL gefördert. „Durch die Kontaktstudientage des Freundeskreises und die Reisen zu den Berufsfeldforen und Parlamentarischen Abende des BHGLs habe ich mich sehr gut fortbilden und mein Netzwerk ausbauen können. Berlin ist immer eine Reise wert“ sagt die junge Ingenieurin.

Im WS 10/11 absolvierte sie ein freiwilliges Praktikum in einem Dienstleistungsinnen-raumbegrünungsbetrieb im Raum Bielefeld. Den Betriebsleiter, ehemaliger Osnabrücker Absolvent, hatte sie auf einer Exkursion mit Prof. Dr. Bettin im Modul Zierplanzenbau kennengelernt. Über das Mentorenprogramm des BHGL erhielt sie den Kontakt zum Geschäftsführer für einen Praktikumsplatz in einem Gartencenter in Rostock, in dem sie ihr berufspraktisches Projekt im Sommer 2011 absolvierte und ihre Bachelorarbeit schrieb.

In ihrem 2007 begonnenen Vollzeitstudium lernte Frau Kath ihren zukünftigen Ehegatten Heinrich kennen, der im Familienlandschaftsbaubetrieb in Schleswig-Holstein in Teilzeit arbeitete und studierte. Im Mai 2010 organisierte Herr Kath mit der Studierendengruppe des Freundeskreises eine Exkursion zu einem Garten- und Landschaftsbauunternehmen im Emsland. Der Freundeskreis unterstützte die studentischen Mitglieder finanziell. Es fuhren 15 Studierende mit. Herr Kath fand dadurch den Betrieb, in dem er sein berufspraktisches Projekt später absolvierte. Inzwischen beendete Frau Kath ihr Studium und arbeitete anschließend als Ingenieurin ein Jahr im schon im Praktikum kennengelernten Innenraumbegrünungsbetrieb im Raum Bielefeld.

Herr Kath führte die Studierendengruppe zusammen mit Belinda Mager und Mareen Bulligk fort. Auch im BHGL übernahm er eines der beiden Ämter als Studentensprecher. In Geisenheim nahm er 2011 am Berufsfeldforum des BHGL über die Ausbildungssituation im Gartenbau und der Landschaftsarchitektur teil. Frau Kath pflegte weiterhin ihre Kontakte beim Besuch der Internationalen Pflanzenmesse in Essen(IPM) und des Absolvententreffens der Ehemaligen aus dem Gartenbau auf dem Messestand der Hochschule Osnabrück an einem Abend auf der IPM. Beide schätzen an Mitgliedschaften in Verbänden die professionellere Vorbereitung auf den Beruf durch Erfahrungswerte aus dem Netzwerk von jüngeren und älteren Kolleginnen und Kollegen aus dem Berufsstand, das gemeinsame Erörtern von Praxiserfahrungen, die Nutzung der Möglichkeit des schnelleren Informationsaustausches, das Kennenlernen von Gleichgesinnten und die Fortbildung. Der Berufsstand und die Branche werden besser gefördert. „Der Gärtnerberuf ist unsere Herzensangelegenheit“, erklärt Herr Kath. Im Herbst 2012 heirateten sie. Herr Kath beendete im Januar 2013 sein Studium.

Inzwischen sind beide zusammen im Familienbetrieb in der Nähe von Rendsburg tätig. Frau Kath hat seit einem Jahr ein eigenes Unternehmen für Innenraumbegrünung und Pflanzenhandel gegründet. Sie übernimmt in seinem Unternehmen die Planung der Bepflanzungen im Landschaftsbaubetrieb und meistens die Durchführung der Bepflanzungen. Sie verkauft Pflanzen und Baumaterialien an Endverkaufskunden. Während des Studiums hatte sie beim Verkauf von Kräutern, Blumen und Gemüsejungpflanzen auf dem Wochenmarkt zwei Jahre Erfahrungen gesammelt. In eigenen Unternehmen bietet sie Firmen und Privatkunden Innenraumbegrünungskonzepte und deren Durchführung an. Herr Kath ist Geschäftsführer im Familienbetrieb und für die exklusive Kundenbetreuung sowie die Verwaltung des Garten- und Landschaftsbaubetriebes zuständig. Sein Vater ist 1. Geschäftsführer und betreut die Kunden. Sein Bruder kümmert sich rund um die Bereiche Marketing, Baumfällung und Kommunikation. Familie Kath möchte die beiden Unternehmen weiterentwickeln.

Und wenn Herr und Frau Kath Sehnsucht nach Osnabrück haben, lesen sie den Newsletter oder im Mitteilungsblatt des Freundeskreises, was es denn so Neues gibt rund um den Hochschulcampus. In diesem Jahr ist z. B. die Aufnahme der neuen Bachelorstudiengänge Bioverfahrenstechnik, Hortibusiness und der gartenbaulichen Profile aus dem Master Agar- und Lebensmittelwirtschaft in den Freundeskreis geplant. Herr Kath bereitet für den September 2014 erstmalig den Messerundgang des BHGLs und Freundeskreises mit Studierenden zu Firmen auf der GaLaBau-Messe in Nürnberg vor. Am Abend könnte der Rundgang auf dem Messestand der Hochschule Osnabrück ausklingen. Herr Thomas, Studiengangssprecher des Landschaftsbaus der Hochschule, freut sich über diese Bereicherung.

Am 03. September nahm Herr Kath an den Baumpflegetagen teil, die jedes Jahr an der Hochschule Osnabrück stattfinden. Der Freundeskreis bezuschusst den Eintritt. Ehepaar Kath freut sich auf die Kontaktstudientage, die am 08. und 09.11.2013 in Osnabrück stattfinden und das Wiedersehen mit vielen Freunden und KollegInnen aus derGartenbaubranche.

Zum TASPO-Beitrag, Ausgabe 43/2013, Seite 19

BHGL-Fachpressegespräch: Erklärung des BHGL zu latenten Einschnitten in die Gartenbauwissenschaften an deutschen Universitäten

Die Gartenbauwissenschaften als integraler Bestandteil der Agrarwissenschaften werden sich in Zukunft mit der Frage der Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel und gärtnerischer Produkte auf einem immer begrenzteren Areal unter Restriktion der Verknappung der Ressourcen beschäftigen müssen. Forschung zu Chancen und Möglichkeiten einer gesunden Ernährung und des Erhalts unserer natürlichen Umwelt sind Kernaufgaben dieses Jahrhunderts. Diese betreffen nicht nur die gärtnerische Produktion, die sich durch Klimawandel und Energiewende völlig neuen Herausforderungen zu stellen hat, sondern geht über den Dienstleistungssektor bis zur Landespflege.

Mit großer Sorge beobachtet der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL) deshalb die Entwicklung der universitären Fakultäten und Fachbereiche, an denen gartenbauwissenschaftliche Lehre und Forschung stattfindet. An allen drei Standorten in Berlin, Hannover und München-Weihenstephan, an denen gartenbauwissenschaftliche Studiengänge angeboten werden, finden strukturelle bzw. kapazitive Veränderungen statt, welche die ohnehin schon knappe Ausstattung an Fachgebieten und Arbeitsgruppen unter eine kritische Masse fallen lassen. Diese schleichende Entwicklung gefährdet die Ausbildung von wissenschaftlichem Fachkräften und mindert die Chancen auf zukunftsweisende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.

Bereits jetzt besteht Mangel an qualifiziertem wissenschaftlichem Nachwuchs, um nicht nur Stellen an den Universitäten selbst, sondern an anderen Hochschulen zu besetzen. Die Situation hat sich in der Weise dramatisch verschärft, dass es nicht mehr vorrangig um die Schließung von Fachbereichen oder Fakultäten geht, sondern die Gefahr einer Austrocknung der Fachgebiete in den Instituten droht, die inzwischen in naturwissenschaftlich ausgerichtete Fakultäten und Fachbereiche eingeordnet wurden oder eingeordnet werden sollen. Die universitären Gartenbauwissenschaften leben wie jedes andere Wissenschaftsgebiet von personeller Erneuerung und Neuausrichtung auf die Themen des 21. Jahrhunderts. Dies erfordert Fachgebiete wieder zu besetzen bzw. neu zu etablieren, die für die Sicherung der gesunden Ernährung einer immer größer werdenden Menschheit sowie für den Schutz der natürlichen Ressourcen forschen.

Es müssen weiterhin Fachkräfte ausgebildet werden, die an Hochschulen und Forschungsinstituten die Nachhaltigkeit der Gartenbauwissenschaften sichern oder Führungsaufgaben in der Wirtschaft übernehmen können. Die Gartenbauwissenschaften als systemisch orientiertes Wissenschaftsgebiet mit problemlösungsorientierten Ansätzen muss integraler Bestandteil der universitären Agrarforschung an mehr als nur einem Standort in Deutschland bleiben. Die Universitäten und Hochschulen aber auch der Berufsstand sind aufgerufen, für die Bedeutung und Notwendigkeit einer umfassenden gartenbauwissenschaftlichen Lehre und Forschung an den Universitäten einzutreten.

BHGL-Fachpressegespräch: Alarmstufe rot – Gartenbaustudium in Deutschland

Der schleichende Ausdünnungsprozess an den drei gartenbaulichen Universitätsstandorten bedroht den deutschen Gartenbau.

Woher sollen die Fachleute für Verwaltung, Berufsschule, Meister- und Technikerschulen, Forschung, Züchtung und Entwicklung aber auch in der Beratung, der Presse in Vermarktungsorganisationen zukünftig kommen? Die Hochschulen stehen insgesamt unter großem Druck. Da sind verhältnismäßig teure Studiengänge wie der Gartenbau mit verhältnismäßig kleinen Studentenzahlen leider allzu oft der Steinbruch, aus dem versucht wird, sich zu bedienen. Dabei wird verkannt, welche zentrale Rolle die Absolventen der Universitäten und Hochschulen im Wirtschaftsbereich Gartenbau haben. Es gilt als Gartenbaubranche sich dieser Bedeutung bewusst zu werden und sich zu positionieren.

In einem Fachpressegespräch am 9.7.2013 um 14:00 Uhr im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin, Sitzungsraum 3, erläutert der BHGL die aktuelle Situation.

Aus organisatorischen Gründen wird um vorherige Anmeldung gebeten.

Veranstaltungskalender 2013/14 des VDL und BHGL erschienen

Aufbau und Pflege eines beruflichen Netzwerkes ist ein zentrales Anliegen des VDL-Landesverbandes Ost und der BHGL-Landesgruppe Ost. Aus diesem Grund wurde auch in diesem Jahr wieder ein interessanter Veranstaltungskalender zusammengestellt.

Gleich zwei Exkursionen führen in die Weinbaugebiete Sachsens und Brandenburgs. Weitere Fachexkursionen werden unter anderem zum Thema „biologischer Pflanzenschutz“ sowie zur „Grünen Gentechnik“ angeboten. Ein besonderes Highlight stellt zudem der Besuch des ARD-Studios dar. Darüber hinaus wird eine Reihe interessanter Weiterbildungsseminare – etwa ein Bewerbungstraining für Berufseinsteiger oder ein Coaching für Führungskräfte – angeboten. Wie eine Fachzeitschrift entsteht, können Interessierte in der Redaktion der Zeitschrift „agrarmanager“ erfahren.

Zahlreiche Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, Informationen zu aktuellen Themen der Agrarpolitik aus erster Hand zu erhalten: Im Juni geben Mitarbeiter des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen Überblick über die Handelspolitik der EU. Wie Lobbyarbeit in der Agrar- und Ernährungspolitik funktioniert, ist nur eine der interessanten Fragen, um die es sich beim beliebten Berlin-Seminar dreht. Der Parlamentarische Abend bietet zudem wieder die Möglichkeit des Austausches mit hochkarätigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Vom 13. bis 27. April findet die VDL-Studienreise statt. Dieses Jahr geht es nach China. Auch wenn das riesige Land mit moderner Wirtschaft und Megastädten mit Wolkenkratzern der Superlative fasziniert, das traditionell wichtigste Standbein der chinesischen Wirtschaft ist auch heute noch die Landwirtschaft. Auf dem Besichtigungsprogramm stehen neben der Großen Mauer und weiterer Touristenattraktionen unter anderem auch ein Besuch der Agraruniversität, verschiedener Landwirtschaftsbetriebe, einer Traktorenfabrik sowie der Tsingtao-Bierbrauerei.

Zur Bundesmitgliederversammlung und VDL-Jahrestagung sind alle Mitglieder und Freunde des VDL und BHGL vom 23. bis 25. Mai nach Dresden eingeladen. Die Tagung steht unter dem Motto „Weinbau, Gartenbau und Kunst in der Kulturlandschaft der Region Dresden“. Zwei Fachexkursionen zur Thematik „Auswirkungen der GAP-Reform auf den Sächsischen Wein- und Gartenbau“ führen die von beeindruckenden Kulturlandschaften und imposanten Baudenkmälern flankierte Sächsische Weinstraße entlang. Für mitreisende Nichtmitglieder wird zeitgleich zur Mitgliederversammlung eine Galerieführung im berühmten Barockviertel von Dresden Neustadt angeboten. Die im Rahmen der Tagung stattfindende Firmenkontaktmesse bietet die Gelegenheit, Unternehmen aus der Agrarbranche zu treffen, die möglicherweise als künftige Arbeitgeber von Interesse sein könnten.

Zudem haben Mitglieder die Möglichkeit, an Tagungen und Messen wie beispielsweise der Internationalen Gartenschau, der Gartenbauwissenschaftlichen Tagung, der Internationalen Pflanzenmesse sowie der Grünen Woche teilzunehmen. Mit Führungen und Fachgesprächen wurde hierfür ein interessantes Rahmenprogramm zusammengestellt.

Um eine rechtzeitige Anmeldung zu den einzelnen Veranstaltungen wird gebeten. Die meisten Veranstaltungen sind auch für Gäste offen. Weitere Informationen zum Programm, zu eventuellen Terminänderungen sowie zur Anmeldung sind unter www.vdl-ost.de sowie www.bhgl.de abrufbar. Dort steht auch der vollständige Veranstaltungskalender 2013/2014 um Herunterladen bereit.