BHGL-Forum: „Die Ausbildung von Lehrern für den Gartenbau in Deutschland“

Anlässlich des diesjährigen Forums des BHGL am 20. November 2014 in Erfurt will sich der Verband wieder mit einem sehr aktuellen und dringlichen Thema beschäftigen, das nicht nur für die Hochschulen und Universitäten eine Rolle spielt, sondern in den gesamten Berufsstand hineinwirkt.

Wie können wir den Nachwuchs an einer Stelle sichern, die eine Schlüsselfunktion in der Nachwuchsförderung einnimmt. Die Ausbildung von Fachpädagogen für den Dienst an Berufsschulen und ähnlichen Bildungseinrichtungen findet an Hochschulen und Universitäten statt, die seit Jahren mit begrenzten Ressourcen umgehen müssen. Welche Konzepte für die Lehrerbildung werden an der Universität und der Hochschule vorgehalten? Welche strategischen Ansätze gibt es, die Vermittlung der Grundlagen des Faches mit dem Erwerb von pädagogischen Kompetenzen zu verbinden.

Welche Anforderungen werden aus der Praxis an die Absolventen der Lehrerbildungsstudiengänge gerichtet und wie erfolgt die Rückkopplung der Berufspraxis zur Lehrerbildung an den Hochschulen. Jeder Mensch in unserer Gesellschaft soll die Möglichkeit erhalten, einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung zu haben, unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter. Wie können wir diese gesellschaftlichen Anforderungen an das Bildungssystem in die Lehrerbildung einbetten?

Wir werden deshalb zu den genannten Themen mit hochkarätigen Referenten aus den Bereichen der Lehrerbildung, der Berufschullehrer und der Berufspraxis am 20.11.2014 an der Fachhochschule Erfurt unser diesjähriges Forum durchführen, zu dem wir alle am Thema interessierte herzlich einladen möchten.

Zeit: Donnerstag, 20. November 2014, 16.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Fachhochschule Erfurt, Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst, Leipziger Str. 77, 99085 Erfurt, Raum 1.E01

Messerundgang zum Berufseinstieg auf der GaLaBau2014

Die GaLaBau2014 vom 17. bis 20.09. 2014 in Nürnberg ist die führende Fachmesse für den Gartenbau, Landschaftsbau, die Pflege und den Bau von Sportplätzen, Golfanlagen und Spielplatzbau. Am Freitag, 19.09.2014, ab 11.00 Uhr bietet der BHGL in Kooperation mit dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V (BGL) einen Messerundgang zum Berufseinstieg an.

Ausgewählte Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen des Garten- und Landschaftsbaus geben einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten des Berufseinstiegs sowie über die Karrierechancen. Dabei soll den Nachwuchskräften ein Blick über den Tellerrand ermöglicht und die Vernetzung zwischen der Praxis und der Forschung/Ausbildung für den Galabau gefördert werden. Bisher haben ihre Teilnahme zugesagt: Die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG und die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL).

Der Messerundgang richtet sich vor allem an Studierende, junge Absolventen und Führungskräfte. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und eine Teilnahme nur bei vorheriger verbindlicher Anmeldung bis spätestens zum 15.09.2014 möglich. Ein Anmeldeformular und ausführliche Informationen stehen unter www.bhgl.de/Aktuelles bereit.

Im Anschluss an den Messerundgang lädt der BHGL gemeinsam mit dem Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. ab 18.00 Uhr alle BHGL-Mitglieder, Freunde und Interessierte sehr herzlich zu einem Empfang am Stand der Hochschule Osnabrück in Halle 3A ein.

Messerundgang zum Berufseinstieg auf der IPM

Am Donnerstag, 30.01.2014, ab 11.00 Uhr bietet der BHGL wieder einen Messerundgang zum Berufseinstieg an.

Ausgewählte Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen des Gartenbaus geben dabei einen Überblick über ihre Anforderungen an junge Bewerber und berichten über aktuell vakante Stellen. Bisher haben ihre Teilnahme zugesagt: INDEGA e.V., Zentralverband Gartenbau (ZVG), Gartenbau-Versicherung VVaG, KÖTTERHEINRICH – Hortensien-Kulturen, TASPO und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Der Messerundgang richtet sich vor allem an Studierende und junge Absolventen. Eine Teilnahme ist nur bei vorheriger verbindlicher Anmeldung bis spätestens zum 27.01.2014

Der BHGL auf der IPM

Bereits zum 32. Mal findet in der Zeit vom 28. bis 31. Januar 2014 die Internationale Pflanzenmesse IPM in Essen statt. Der BHGL wird dort wieder präsent sein.

Auch dieses Mal wird es eine gemeinsame Präsenz der in der Fachrichtung Gartenbau ausbildenden Hochschulen geben. Der Hochschulgemeinschaftsstand wird in der Green City (Halle 1A) umgeben von Institutionen und Verbänden der grünen Branche Anlaufpunkt für Studieninteressierte, Studierende und Ehemalige sein. Selbstverständlich bietet er auch ein Forum für Lehrende, Wissenschaftler und Forscher sowie Vertreter der Praxis. Die zehn vertretenen Hochschulen präsentieren ihre Studienangebote auf hochschuleigenen Werbematerialien und Postern. Die Bereitstellung von Online-Informationen zu den einzelnen Hochschulen wird auf der Messe ebenfalls möglich sein.Die Betreuung des Messestandes wird durch Vertreter der verschiedenen Hochschulstandorte sichergestellt, so dass jederzeit ein kompetenter Ansprechpartner für gezielte Fragen zur Verfügung stehen wird.

Am Donnerstag, 30.01.2014, ab 11.00 Uhr bietet der Bundesverband der Hochschulabsolventen / Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) wieder einen Messerundgang zum Berufseinstieg an. Ausgewählte Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen des Gartenbaus geben dabei einen Überblick über ihre Anforderungen an junge Bewerber und berichten über aktuell vakante Stellen. Bisher haben ihre Teilnahme zugesagt: INDEGA e.V., Zentralverband Gartenbau (ZVG), Gartenbau-Versicherung VVaG, KÖTTERHEINRICH – Hortensien-Kulturen, TASPO und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Der Messerundgang richtet sich vor allem an Studierende und junge Absolventen. Eine Teilnahme ist nur bei vorheriger verbindlicher Anmeldung bis spätestens zum 27.01.2014 möglich. Ein Anmeldeformular und ausführliche Informationen stehen unter www.bhgl.de/Aktuelles bereit.

Im Anschluss an den Messerundgang lädt der BHGL gemeinsam mit dem Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. ab 18.00 Uhr alle BHGL-Mitglieder, Freunde und Interessierte sehr herzlich zu einem Empfang am Gemeinschaftsstand der Hochschulen in Halle 1A ein.

Was kommt nach dem Hochschulabschluss? Berufsbilder live an der Hochschule Osnabrück

Absolventinnen und Absolventen des Gartenbaus und der Landschaftsarchitektur stellen vielfältige Berufswege vor.

Trotz der späten Stunde ist der Raum HR001 an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur gut gefüllt. Kein Wunder – geht es für die Studierenden heute Abend doch um ihre Zukunft! Der Freundeskreis Gartenbau und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück hat gemeinsam mit dem Career Center Absolventinnen und Absolventen eingeladen und sie gebeten, über ihren Einstieg in das Berufsleben und ihre aktuellen Tätigkeiten zu berichten.

„Heute Abend haben Sie die Gelegenheit sechs Wege in den Beruf kennenzulernen und zu erfahren, wie es weitergehen kann, wenn Sie Ihren Abschluss in der Tasche haben“, so der Vorsitzende des Freundeskreises, Dipl. Ing. Engelbert Lehmacher.

Doch zuvor hat Dr. Marion Wulf, Leiterin der Akademischen Personalentwicklung der Hochschule Osnabrück, noch wertvolle Tipps zur Vorbereitung auf den Berufseinstieg: „Suchen Sie sich Berater im Studium, wie zum Beispiel Lehrende, die Ihnen von ihren eigenen Erfahrungen berichten. Nutzen Sie aber auch die Angebote unseres LearningCenters und unseres Career Centers. Bauen Sie sich bei Veranstaltungen wie dieser schon im Studium ein Netzwerk auf, denn gute Kontakte sind bei der Jobsuche nicht zu unterschätzen.“ Außerdem rät Wulf den Zuhörerinnen und Zuhörern, sich die eigenen Kompetenzen, aber auch die eigenen Schwächen bewusst zu machen. Denn nur so könne man einen Job finden, der zu einem passt.

Genau das ist Johannes Hügle gelungen. „Nach meinem Abschluss in der Landschaftsarchitektur wollte ich eigentlich ein bisschen abschalten und Urlaub machen, aber da kam schon das erste Stellenangebot“, berichtet Hügle. Heute ist er Büroleiter bei der Vogt Landschaftsarchitekten AG und arbeitete unter anderem an dem Freiraumkonzept des geplanten „Lohseparks“ in der HafenCity in Hamburg. Seine Zukunftspläne: Nach Zürich oder London zu gehen, denn dort hat seine Firma zwei weitere Standorte.
Der Abend zeigt allerdings auch, dass sich es sich manchmal lohnt, seinen eingeschlagenen Weg zu verlassen. Stefanie Jansen hat nach einer Ausbildung zur Mediengestalterin und einem Studium der Medieninformatik gemerkt, dass sie etwas anders viel mehr reizt: der Gartenbau. „Haben Sie den Mut einen Richtungswechsel vorzunehmen, wenn Sie nicht zufrieden sind“, meint Jansen, die ihren Schritt, ein zweites Studium aufzunehmen, nicht bereut hat. Heute ist die Absolventin des Produktionsgartenbaus als Laborleiterin bei der Hark Orchideen GmbH in Lippstadt tätig. Und diesen Job hätte sie mit einem geraden Lebenslauf vielleicht gar nicht bekommen. „Dort profitiere ich nicht nur von meinen Gartenbau-Kenntnissen, sondern sogar auch von meinem Informatik-Wissen.“

BHGL-Forum „Gartenbauwissenschaften zwischen Praxisanspruch und Impaktfaktor“

Am 20. November 2013 lud der BHGL in Berlin zum Forum mit dem Thema „Gartenbauwissenschaften zwischen Praxisanspruch und Impaktfakor“ ein.

Dabei wurden die aktuellen Schwierigkeiten der Gartenbauwissenschaften betrachtet, wie z.B. die Verzahnung der Gartenbauwissenschaften mit der Praxis und der wissenschaftlichen Arbeit. Die Referenten wurden gebeten, ausihrer Sicht die aktuelle Situation an den Universitäten und Fachhochschulen zu schildern.

Den Anfang machte Herr Hartmut Weimann, Vizepräsident des Zentralverbandes Gartenbau, der mehr Transparenz in der Forschung für die Umsetzung in die Praxis forderte. Des Weiteren ermutigte Herr Weimann alle Absolventen, dass diese einen großen Vorteil haben, denn sie könnten Querdenken und das theoretische Wissen mit der bodenständischen Praxis verknüpfen und umsetzen. Dadurch ergibt sich ein großer Vorteil, den sie nutzen sollten.

Herr Christopher Straeter, Forschungskoordinator WeGa, beschrieb seine Aufgabe darin, die Kompetenzen im Gartenbau zu bündeln und zu fokussieren. Auf der einen Seite wird gefordert, dass Forschung die Wirtschaft einbezieht wie z.B. durch Kooperationen. Jedoch fehlt es dabei an Differenzierung, in welchen Bereichen genau die Wirtschaft einbezogen werden muss.

Herr Prof. Andreas Ulbrich von der Hochschule Osnabrück belebt den Studiengang Produktionsgartenbau durch die Einbeziehung der angewandten Biologie. Dadurch wurde dieser für Studenten attraktiver und kann als Alternative zu einem Biologiestudium gesehen werden.

Ambivalent erlebt Frau Prof. Traud Winkelmann die Situation an der Leibniz Universität Hannover, denn gefühlt sitzt sie zwischen den zwei Stühlen angewandte Grundlagenforschung und Praxis. Desweitern sieht sie die Verteilung der Forschungsmittel kritisch, denn diese erfolgen nach dem Impaktfaktor in der jeweilig publizierten Zeitschrift. Zu diesen Schwierigkeiten kommen sinkende Studentenzahlen aber auch eine Verschlechterung der Qualität der Studierenden hinzu. Zum Beispiel liegen die Durchschnittsabiturnoten bei den Gartenbauwissenschaften bei 3 und geringer, bei den Biotechnologiestudiengängen mit fast identischen Lehrinhalten liegt diese bei der Note 2.

Frau Prof. Brigitte Poppenberger von der TU München – Weihenstephan, kann bei der Vergabe der Forschungsgelder „mitspielen“, denn sie weiß die wissenschaftlichen Methoden der Biologen zu nutzen, wodurch höhere Impaktfaktoren erzielt werden können und damit mehr Forschungsgelder zur Verfügung stehen. Sie fordert, dass der Gartenbau methodisch im 21. Jahrhundert ankommt. Jedoch gibt sie zu bedenken, dass es schwierig ist in 4 Semestern Masterstudium den Studierenden die breitgefächerten wissenschaftlichen Methoden beizubringen.

Herr Prof. Christian Ulrichs, Präsident der Deutschen Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft sowie von der Humboldt-Universität zu Berlin, sieht eher ein Selbstbewusstseinsproblem bei den Gartenbauwissenschaften. Er ist der Meinung, der Gartenbau sollte seine eigene Identität finden und nicht den Biologen nacheifern. Die Gartenbauwissenschaften müssten sich mitHilfe aktueller Themengebiete und moderner Technologien neu erfinden, um „mitzuspielen“ und etwas zu bewegen.

Der Präsident des BHGL, Herr Prof. Uwe Schmidt, verdeutlichte, dass die Gartenbauwissenschaften als systemisch orientiertes Wissenschaftsgebiet mit problemlösungsorientierten Ansätzen integraler Bestandteil der universitären Agrarforschung an mehr als nur einem Standort in Deutschland bleiben muss.

Das diesjährige Forum zeigte deutlich, dass es nicht nur Probleme in der Verzahnung der Forschung mit der Praxis gibt, sondern auch die Finanzierung von Forschungsprojekten sehr problematisch von statten geht. Themen der angewandten Wissenschaften werden nur in Zeitschriften mit niedrigen Impaktfaktoren publiziert und erhalten somit deutlich weniger Forschungsgelder als Projekte der Grundlagenforschung. Dies kann nur durch den Einsatz von modernen wissenschaftlichen Methoden und der Einwerbung von Forschungsgeldern durch Publikationen in Zeitschriften mit höheren Impaktfaktoren abgefangen werden. Oft fehlt auch die Langlebigkeit der Projekte, da Folgeaufträge nicht finanziert werden können und nach 3 Jahren die Förderung ausläuft. So müssen die Gartenbauwissenschaften oft bei null anfangen. Die Folge davon ist, dass für die Praxis Fragestellungen nur befriedigend bearbeitet werden können. Auch die Frage nach der Neubesetzung von Professorenstellen durch andere Disziplinen sehen einige Referenten positiv, denn nur durch Vernetzung können große Ideen entstehen. Dabei sei es wichtig, die Grundlagen der Gartenbauwissenschaften zu schützen, sich neu zu erfinden und mit aktuellen Themen zu identifizieren.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass oftmals die Praxis nicht weiß was die Wissenschaft macht und umgekehrt. Hier müssen weiter Brücken gebaut und sichtbargemacht werden. Das wichtigste für die Zukunft der Gartenbauwissenschaften ist die Kommunikation zwischen Universitäten und Fachhochschulen sowie Praxis und Forschung zum Beispiel in gemeinschaftlichen Netzwerken oder Einrichtungen. Auch die Neubewertung der Forschungsfinanzierungsmethoden und die Neudefinition des Studiengangs mit dem Erhalten ihrer Identität sollte ein grundlegendes Ziel für die Zukunft darstellen.

Wissenschaft trifft Praxis: 42. Kontaktstudientage an der Hochschule Osnabrück

“Wissenschaft trifft Praxis” – so lautete Anfang November das Motto der 42. Kontaktstudientage an der Hochschule Osnabrück. Zwei Tage lang tauschten sich Expertinnen und Experten aus den Bereichen Gartenbau und Landschaftsarchitektur über aktuelle Trends ihrer Branchen aus. Außerdem hatten die Studierenden der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur (AuL) die Möglichkeit erste Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern zu knüpfen.

Rund zwei Dutzend Unternehmen der Gartenbaubranche nutzten die Gelegenheit, sich auf den Kontaktstudientagen an der Hochschule zu präsentieren. „Ob Dienstleister, Händler oder Produzenten, wir haben eine bunte Mischung an Unternehmen für unsere Messe gewinnen können“, so die Produktionsgartenbau-Studentin Eva Schloetmann. Gemeinsam mit ihren Kommilitonen Arndt Kötter und Anja Fritzen hat sie die Unternehmensmesse Gartenbau organisiert. Die Kontakte dazu haben die Drei von ihren Dozenten Prof Dr. Ulrich Enneking und Prof. Dr. Jens Westerheide sowie vom Career Center der Fakultät bekommen. „Viele Firmen bieten Praktika oder Bachelorarbeiten an, einige legen sogar konkrete Jobangebote für Absolventen an ihren Ständen aus“, berichtete Kötter.

Während auf der Unternehmensmesse Lebensläufe verteilt und Visitenkarten ausgetauscht wurden, lauschten die Tagungsbesucher in den Räumen nebenan gespannt den diesjährigen Fachvorträgen. „Trends in Marketing und Vertrieb – Auswirkungen auf Produktion und Handel“ lautete das Leitthema des Studienbereichs Gartenbau. „Was im Internet an Absatzpotenzial möglich ist, wird in der grünen Branche längst nicht ausgeschöpft. Sowohl der Gartenfachhandel als auch die Baumärkte sollten vermehrt die neuen Absatzmärkte erschließen“, waren sich die Gartenbau-Experten Prof. Dr. Ulrich Enneking und Prof. Dr. Jens Westerheide von der Hochschule Osnabrück einig: „Der Internethandel findet längst nicht mehr nur über Computer statt. Viele Kunden kommen mit ihren Smartphones in den Laden und schauen online nach, was bei diesem Händler möglich ist.“ Dass gerade im Online-Handel noch viel Potential steckt, unterstrich Jason Schieß, Leiter Marketing und Vertrieb der blume 2000 new media AG. Er stellte in seinem Vortrag das Geschäftsmodell des Online-Blumenversandhandels vor, der am deutschen Markt für Schnittblumen mittlerweile fast zehn Prozent ausmacht.

Auch in diesem Jahr konnten die Besucherinnen und Besucher neben der Hauptvortragsreihe weitere Einblicke in die Forschungsaktivitäten Hochschule Osnabrück gewinnen. Im Rahmen einer Posterschau stellten Studierende sowie wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre aktuellen Projekte aus den Bereichen Gartenbau vor.

Das diesjährige Tagungsprogramm der Landschaftsarchitektur wurde dominiert von den aktuellen Problemen rund um die Herstellung und Unterhaltung von Kunststoffrasenflächen. „Neuheiten – Planung, Bau und Pflege von Kunststoffrasenflächen sowie Neuheiten zur Nutzungsoptimierung von Naturrasen“ lautete ihr Tagungstitel. So berichtete Michael Pohlmeyer über die ersten Erfahrungen der Stadt Georgsmarienhütte mit einem korkverfüllten Kunststoffrasenbelag. Auch eine optimale Instandhaltung sowie mögliche Recyclingverfahren von Kunststoffrasenbelägen wurden thematisiert. Engelbert Lehmacher, Vorsitzender des „Freundeskreises Gartenbau und Landschaftsarchitektur“, hatte das Programm für den Bereich Landschaftsarchitektur zusammengestellt und resümierte: „Die vielfältigen Probleme in der Praxis spiegeln sich in der guten Nachfrage an der Weiterbildungstagung wieder. In Zukunft werden die verschiedenen Kunststoffrasensysteme der Sportanlagen noch viele Probleme bei der Instandhaltung und Pflege bereiten. Es gibt keine Empfehlung, welches System am besten geeignet ist. Im Einzelfall muss vor der Investition entschieden werden, welcher Kunststoffrasenbelag für die jeweilige Sportanlage in Frage kommt und die besten Erfolgsaussichten verspricht.“

Organisiert wurden die 42. Kontaktstudientage vom Alumni-Verein „Freundeskreis Gartenbau und Landschaftsarchitektur“ in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück. „Wir freuen uns besonders, dass wir die Zahl der Tagungsbesucher im Vergleich zum vergangenen Jahr um fast ein Drittel steigern konnten“, sagte Marc-Guido Megies Geschäftsbereichsleiter der Fakultät AuL.

Green Challenge auf der Gartenbauwissenschaftlichen Tagung 2014

Die gemeinsame Jahrestagung der Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft (DGG) und des BHGL rückt näher. Sie wird vom 5. – 8.3.2014 an der HTW in Dresden stattfinden. Alle nötigen Informationen zur Tagung sind auf der DGG-Homepage (http://www.dgg-online.org/tagung_dresden_2014/tagung_dresden_2014.html) abrufbar. Abstracts müssen bis zum 30.11.2013 (Deadline) über die Online-Maske eingereicht werden, um einen Beitrag bei der Tagung anzumelden.

Green Challenge 2014

Dieser Wettbewerb wird dieses Jahr zum fünften Mal ausgeschrieben und richtet sich insbesondere an alle Studierenden und Nachwuchswissenschaftler/innen des Gartenbaus. Obwohl im Bereich der Gartenbauwissenschaften ein großer Bedarf an ausgebildeten Absolventen des Studiengangs der Gartenbauwissenschaften besteht, nehmen die Studierendenzahlen deutlich ab. Das Ziel der diesjährigen Green Challenge ist die Entwicklung eines Konzeptes zur Steigerung der Zahl und Motivation von Studienanfängern in gartenbaulichen Studiengängen. Es soll ein Maßnahmen erarbeitet werden, welche mehr junge Menschen für ein Studium der Gartenbauwissenschaften begeistern. Detaillierte Informationen zur Ausschreibung sind auf der DGG-Homepage unter http://www.dgg-online.org/Green%20Challenge%202014/Green%20Challenge%202014.pdf erhältlich. Wettbewerbsbeiträge können bis zum 31.01.2013 elektronisch an die Geschäftsstelle der DGG (Nadja Förster, foerster@dgg-online.org) eingereicht werden. Die Deutsche Gartenbauwissenschaftliche Gesellschaft wird das überzeugendste Konzept auf der Abschlussveranstaltung der Jahrestagung der DGG und des BHGL mit 1.000 Euro prämieren.

Hochschultagung: Zwischen Akkreditierung und Wildwuchs

Der hochschulpolitische Föderalismus beschert mit über 300 Studiengängen im Agrarbereich eine große Vielfalt, die aber oft zu Lasten von Transparenz und Vergleichbarkeit geht. VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann sprach gar von „Wildwuchs“ und BDA-Expertin Dr. Isabel Rohner von einem Feld „voller Missverständnisse”.

Auf der Berliner Hochschultagung „Agrarwissenschaftliches Studium im Praxis-Check“, die von Deutschen Bauernverband e.V. (DBV), VDL-Bundesverband e.V.,  Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL), Bundesverband, Landwirtschaftlicher Fachbildung e.V. (vlf) und Verband der Landwirtschaftskammern e.V. (VLK) gemeinsam  veranstaltet wurde, beleuchteten am 28./29. Oktober zahlreiche Referenten die aktuelle Entwicklung an den Agrar-Hochschulen.

Bolognareform mit Korrekturbedarf
Bei der von 47 europäischen Staaten getragenen Bolognareform gibt es noch viel zu korrigieren. Obwohl die neuen Studienabschlüsse mittlerweile am Beschäftigungsmarkt „angekommen“ sind, stehen bei den Zielen Mobilität, praxisnahe Umsetzung und Bedarfsorientierung noch dicke Fragezeichen. Kritiker fordern mehr berufsgleitende Maßnahmen beim Studium, einen verlässlicheren Finanzierungsrahmen sowie eine bessere Abstimmung mit Agrarverwaltung und Agrarwissenschaften.
Ein übereinstimmendes Ergebnis der Berliner Diskussionsrunde: Wirtschaft und Hochschulen müssen sich besser verzahnen, der Auf- und Ausbau entsprechender Informations- und Organisationsnetzwerke wurde angemahnt.

Berufliche Praxis verankern

Um die berufliche Praxis effektiver in das agrarwissenschaftliche Studium zu integrieren, bieten vereinzelte Hochschulen spezielle Studienmodelle und Studiengänge an. So stellte Laura Weidemann als Studienkoordinatorin & Diversity Beauftragte der Universität Gießen das Profilmodul „Berufsfeldpraktikum“ vor. Zurzeit nutzen rund 15 Prozent der insgesamt 3.500 Studierenden der Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement diese freiwillige Option. Immerhin 2.200 Praktikumstellen sind per Datenbank erfasst.
Das Duale Bachelorstudium „Agrarmanagement“ – je 50 % Praxis und Theorie – hat die Berufsakademie Dresden für z. Zt. 33 Immatrikulierte im Studienprogramm. Nach Aussage von Prof. Dr. Joachim Rühl zeigt die Wirtschaft eine hohe Akzeptanz.
Neuland hat mit dem Dualen Bachelorstudiengang „Agrarwirtschaft“ auch die Hochschule Neubrandenburg betreten. Für diesen Studiengang haben sich im Wintersemester 2013/2014 bisher 17 Interessenten beworben, die auch aus den umliegenden Bundesländern stammen. „Der Koordinierungsaufwand im Zusammenspiel von Praxis und Hochschule ist groß“, verrät Anna Fieth, die sich für die Gesamtabwicklung verantwortlich zeichnet.
„Qualität bringt uns nach vorne“, ist Prof. Dr. Marc Dreßler überzeugt, der 50 Bachelor-Studierende im Dualen Studiengang Weinbau und Oenologie der Fachhochschule Ludwigshafen/Neustadt gemeinsam mit drei weiteren Professoren betreut. Das Besondere: Die berufliche Ausbildung ist dem Studium vorgeschaltet, dabei stammt nur jeder vierte Studierende direkt aus der Weinbaubranche. Die duale Ausbildung zeichnet sich durch überschaubare Studiengruppen und eine hohe Bebreuungsintensität aus. „Wir treffen hier die Motivierten und Engagierten“, so Prof Dreßler.

Akkreditierung – aufwändig, aber lohnend
Die Akkreditierung von agrarwissenschaftlichen Studiengängen ist ein mühsamer und sehr aufwändiger Prozess. Prof. Dr. Uwe Schmidt konnte darauf verweisen, dass die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin schon 2000 als erste das zweistufige Bologna-Modell (Bachelor/Master) umgesetzt und letztlich gute Erfahrungen damit gemacht hat: „Die Qualität des Lehrangebots wird geprüft und nachhaltig verbessert“, argumentiert der Hochschullehrer.
Eine Akkreditierung von Studienprogrammen und –systemen verfolge neben der Qualitätssicherung die grundsätzlichen Ziele der nationalen bzw. internationalen Vergleichbarkeit, eine verbesserte Transparenz und mehr Mitsprachemöglichkeiten der Hochschulen.
Ein Akkreditierungsverfahren dauert laut Prof. Schmidt durchschnittlich ¾ Jahr und verursacht 30.000 Euro Kosten. 11 Agenturen haben sich im deutschsprachigen Raum auf die Akkreditierung spezialisiert, davon zwei für den Agrarbereich.
Den Deutschen Qualifizierungsrahmen (DQR) mit Konsequenzen für die Hochschulen analysierte Prof. Dr. Harald Grygo von der Hochschule Osnabrück.

Lehrkräfte bald „Mangelware“?
Die unterschiedliche Qualifizierung von Lehrern in der Agrarwirtschaft wurde von Dr. Marcel Robischon (Humboldt-Universität) sowie von Andreas Reusch bzw. Anke Emich (Universität Bonn) vorgestellt.
Auf eklatante zu erwartende Defizite bei der Stellenbesetzung von fachkompetenten Lehrkräften machte Dr. Peter Epkenhans (Landwirtschaftskammer NRW, Borken) aufmerksam: In den nächsten Jahren würden altersbedingt viele Fachlehrer ausscheiden, ohne dass berechtigte Aussicht besteht, diese Lücken zu schließen.

Erklärung des BHGL zu latenten Einschnitten in die Gartenbauwissenschaften an deutschen Universitäten

Die Gartenbauwissenschaften als integraler Bestandteil der Agrarwissenschaften werden sich in Zukunft mit der Frage der Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel und gärtnerischer Produkte auf einem immer begrenzteren Areal unter Restriktion der Verknappung der Ressourcen beschäftigen müssen. Forschung zu Chancen und Möglichkeiten einer gesunden Ernährung und des Erhalts unserer natürlichen Umwelt sind Kernaufgaben dieses Jahrhunderts. Diese betreffen nicht nur die gärtnerische Produktion, die sich durch Klimawandel und Energiewende völlig neuen Herausforderungen zu stellen hat, sondern geht über den Dienstleistungssektor bis zur Landespflege.

Mit großer Sorge beobachtet der Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL) deshalb die Entwicklung der universitären Fakultäten und Fachbereiche, an denen gartenbauwissenschaftliche Lehre und Forschung stattfindet. An allen drei Standorten in Berlin, Hannover und München-Weihenstephan, an denen gartenbauwissenschaftliche Studiengänge angeboten werden, finden strukturelle bzw. kapazitive Veränderungen statt, welche die ohnehin schon knappe Ausstattung an Fachgebieten und Arbeitsgruppen unter eine kritische Masse fallen lassen. Diese schleichende Entwicklung gefährdet die Ausbildung von wissenschaftlichem Fachkräften und mindert die Chancen auf zukunftsweisende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten.

Bereits jetzt besteht Mangel an qualifiziertem wissenschaftlichem Nachwuchs, um nicht nur Stellen an den Universitäten selbst, sondern an anderen Hochschulen zu besetzen. Die Situation hat sich in der Weise dramatisch verschärft, dass es nicht mehr vorrangig um die Schließung von Fachbereichen oder Fakultäten geht, sondern die Gefahr einer Austrocknung der Fachgebiete in den Instituten droht, die inzwischen in naturwissenschaftlich ausgerichtete Fakultäten und Fachbereiche eingeordnet wurden oder eingeordnet werden sollen. Die universitären Gartenbauwissenschaften leben wie jedes andere Wissenschaftsgebiet von personeller Erneuerung und Neuausrichtung auf die Themen des 21. Jahrhunderts. Dies erfordert Fachgebiete wieder zu besetzen bzw. neu zu etablieren, die für die Sicherung der gesunden Ernährung einer immer größer werdenden Menschheit sowie für den Schutz der natürlichen Ressourcen forschen.

Es müssen weiterhin Fachkräfte ausgebildet werden, die an Hochschulen und Forschungsinstituten die Nachhaltigkeit der Gartenbauwissenschaften sichern oder Führungsaufgaben in der Wirtschaft übernehmen können. Die Gartenbauwissenschaften als systemisch orientiertes Wissenschaftsgebiet mit problemlösungsorientierten Ansätzen muss integraler Bestandteil der universitären Agrarforschung an mehr als nur einem Standort in Deutschland bleiben. Die Universitäten und Hochschulen aber auch der Berufsstand sind aufgerufen, für die Bedeutung und Notwendigkeit einer umfassenden gartenbauwissenschaftlichen Lehre und Forschung an den Universitäten einzutreten.