Karrieretag auf der Internationalen Pflanzenmesse

Auf der 38. Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen, der Weltmesse des Gartenbaus, wurde am 30. Januar 2020 der Schwerpunkt auf mögliche Berufs- und Karrierewege für zukünftige Nachwuchskräfte im Gartenbau gelegt.

Rund 30 Studierende von fünf verschiedenen Hochschulen nutzten die Chance auf der IPM in Essen und informierten sich über mögliche Berufswege auf dem Messerundgang zum Karriereeinstieg, der vom Bundesverband der Hochschulabsolventen/lngenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e. V. (BHGL) veranstaltet wurde.

4. Forum “Berufs + Zukunft”

Der Tag startete mit dem vierten Forum „Beruf + Zukunft“, das vom BHGL, dem Verlag Eugen Ulmer(DEGA-Zeitschrift), dem Industrieverband Garten (IVG) und der Messe Essen organisiert wurde und wo über 50 Besucher den spannenden Berichterstattungen der fünf Referenten folgten: Andreas Löbke, Projektleiter bei einem Gartenbauunternehmen in Luxemburg, Belinda Mager, Projektmanagerin bei Selecta one, Tom Canders, Leiter seines eigenen Gartenbauunternehmens, Heike Boomgaarden, Autorin, Planerin und TV-Garten Expertin und Richard Petri, der Marketingexperte. Die Redner waren in ihren Erfahrungen und dem beruflichen Werdegang sehr unterschiedlich und zeigten so die Vielfalt der gärtnerischen Branche.

Tom Canders beispielsweise stammt familienbedingt aus dem Gartenbau und hatte sich fest vorgenommen nicht in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Dennoch machte er die Ausbildung zum Gärtner, reiste durch die Welt, um verschiedene gartenbauliche Verfahren kennenzulernen und übernahm erst den väterlichen Betrieb, bevor er schlussendlich seinen eigenen gründete. Hier ist er sowohl für die Produktion, Produktentwicklung, das Marketing sowie die Unternehmensleitung zuständig also ein richtiger „Allrounder“.

Forum „Beruf und Zukunft“; Von links: Marc-Guido Megies (BHGL-Präsident), Christoph Killgus (Verlag Eugen Ulmer), Nina Schnabel (Messe Essen), Anna Hackstein(IVG), Heike Boomgaarden (TV-Journalistin) (Foto: Schenkenberger)

Die Referentin Heike Boomgaarden verdeutlichte die große Vielfalt in dieser Branche im Bereich der Öffentlichkeit. Auch sie hat mit einer Ausbildung zur Obstgärtnerin begonnen, dann nach ihrem Studium ein Ingenieurbüro gegründet und arbeitet zudem im Radio oder TV als Moderatorin bei SWR oder ARD. Weiterhin teilt sie ihr Wissen als leidenschaftliche Buchautorin oder Herausgeberin und unterstützt öffentlichkeitswirksame soziale Projekte wie „Garten to go“ mit ihren gärtnerischen Fähigkeiten.

Das auch andere Länder eine wichtige Rolle im gärtnerischen Bereich spielen können, zeigte Richard Petri. Nach der Ausbildung und dem Studium in der Gärtnereibranche, schrieb er seine Diplomarbeit über Erosion traditioneller Anbaumethoden in Kamerun. Dadurch wurde die Firma Mars auf ihn aufmerksam, wo er daraufhin im Product und später im Business Development arbeitete, speziell für die Marke SERAMIS. Dann unterstützte er in verschiedenen Ländern den Aufbau von Mutterpflanzenstandorten. Seinen Weg zurück nach Deutschland fand er in einem Jungpflanzenbetrieb, in dem er speziell durch die Kampagne für die „Pink Kisses“-Nelken auffiel. Inzwischen ist er in seine Heimat, das Allgäu, zurückgekehrt und hat dort eine eigene Firma gegründet, wo er sich auf die Vermarktung, die Beratung sowie Produktentwicklung im Gartenbau spezialisiert.

BHGL-Messerundgang zum Karriereeinstieg

Nach dem Forum gab es einen gemeinsamen BHGL-Messerundgang zum Karriereeinstieg, dieser wurde von dem jungen Vorstandsmitglied des BHGL, Martin Braun, organisiert. Hier schilderten verschiedene Unternehmen des Gartenbaus wie Floragard, Landgard e. G., W. Neudorff GmbH KG, Selecta One, die Taspo und die Düngemittelfirma Yara ihre Anforderungen, welche sie an potenzielle Bewerber haben und ob aktuelle Stellen zu vergeben sind. Marc-Guido Megies, der Präsident des BHGL und Vorsitzender des Freundeskreises der Hochschule Osnabrück erklärt: „Das Ziel dieses Rundgangs ist es, Studierenden die Möglichkeit zu bieten sich Praktika für das berufspraktische Projekt zu organisieren und Kontakte zu Unternehmen aufzubauen, die potentielle Arbeitgeber sein können.“ Für vertiefende Gespräche wurde anschließend Zeit für den individuellen Messebesuch geboten, wo auch die zehn vertretenen Universitäten und Hochschulen und ihre Studienangebote näher kennengelernt werden konnten.

Netzwerktreffen am Hochschulgemeinschaftsstand

Zum Abschluss des Tages, hatte der BHGL zusammen mit dem Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V., der VEG – Geisenheim Alumni Association e.V., dem Verband der Weihenstephaner Ingenieure e.V. sowie dem Verband ehemaliger Dresden-Pillnitzer e.V. am Hochschulgemeinschaftsstand einen gemeinsamen Empfang organisiert. Hier kam eine Vielzahl von Studierenden, Professor*innen, Ehemaligen, Forscher*innen, Bekannten und Vertreter*innen der Unternehmen zusammen. Marc-Guido Megies berichtet: „Bei dem geselligen Miteinander werden die Netzwerke unter den Hochschulen, Professor*innen, Forschungsinstituten, Firmen und Studierenden weiter ausgebaut, wobei nicht selten auch gemeinsame Projekte oder Themen für Studienabschlussarbeiten entstehen können.“ Mit einem Rückblick auf den Tag erklärten die Studierenden Nils Behr und Theresa Scharpf: „Uns wird der gesamte Tag sehr positiv in Erinnerung bleiben, besonders durch den gelungenen Abschluss“. So hoffen sie auch im nächsten Jahr auf ein spannendes Angebot.

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